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Flamenco-Stars in Düsseldorf

Festival

DÜSSELDORF Von dieser Situation profitierten alle. Weil beim Düsseldorfer Flamencofestival die Startänzer neben ihren Auftritten unterrichten, sitzen sie abends auch unter den Besuchern im Tanzhaus-NRW. Wenn ein junger Tänzer wie David Perez weiß, dass ihm Mercedes Ruiz und Maria Serrano zuschauen, tanzt er für die mit besonderer Intensität.

von Von Klaus Lipinski

, 05.04.2010
Flamenco-Stars in Düsseldorf

Avantgardist Andres Marin tanzte in Düsseldorf zu Glockenklängen von Llorenc Barber.

Die zwölf Tage des diesjährigen Festivals boten viele dieser reizvollen Momente. Das Publikum tobte meistens und völlig zu Recht. Von weither reisten Flamencofans an, um in den begleitenden Kursen Unterricht bei den Stars zu nehmen und deren aktuelle Choreografien zu erleben.

  Eröffnet wurde das Festival von Andres Marin, einem der großen Avantgardisten unter den berühmten Flamencotänzern. Glockenklänge von Llorenc Barber bildeten die ungewöhnliche Begleitung für „El cielo de tu boca“. Seine Bewegungen sind selbst wie Musik. Sie erschaffen eine eigene Phrasierung, arbeiten mit Pausen und Stille. So gelingt es ihm, als Solotänzer 80 Minuten mit hoher Spannung zu füllen. Marin erzählt keine Geschichte, sondern vermittelt die Emotion und die Farbe von Klängen. Er sucht nach ihrer Essenz und findet dabei die Wahrheit des Moments. Seine Bewegungen wirken dann so spontan, wie in dem Moment improvisiert.

Auch bei Rafaela Carrasco wirkt nichts statisch. Mit der Uraufführung ihres neuen Programms „150 grams of thoughts“ beendete sie das Festival. Sie zeigte sich als hochmusikalische Tänzerin, die den direkten Kontakt zu den Musikern sucht, sie als Partner einbezieht. Dadurch kann sie sich von der Musik zu ekstatischen Momenten tragen lassen. Das Resultat ist auch bei ihr eine emotional freiere Bewegungssprache, wenn es um den Körper geht. Anregungen holte sie sich auch außerhalb. Sei es ein kurzer Tango-Ausflug, oder bei einem schreitenden traditionellen Tanz, dem sie gleich ihre große Emotion als starken Kontrast entgegensetzte. Die interessanteste Nachwuchstänzerin war für Festivalleiterin Dorothee Schackow die preisgekrönte Concha Jareno. Auf sie darf man sich also sicher auch in den nächsten Jahren freuen.

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