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Im Bergbaumuseum

Fotoausstellung zeigt Leben mit und nach der Kohle

BOCHUM Es sind Bilder wie die des Fotografen Wolf R. Ussler, die die Menschen im Ruhrgebiet in ihrem Pütt in Szene setzten. Das Ende des subventionierten Steinkohlebergbaus 2018 ist Anlass für das Projekt "Keine Kohle mehr - Leben. Mit und nach der Kohle". Im Deutschen Bergbau-Museum werden die Fotografien erstmals vollständig präsentiert.

Fotoausstellung zeigt Leben mit und nach der Kohle

Wilhelm Tax errechnete 1955 die Zielbohrung, um drei verschüttete Bergleute auf der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen zu finden.

Ein Mann im Ornat steht vor den Trümmern, die einmal eine Zeche waren. Hier hat er vor Jahren als Bergmann gearbeitet. Nicht aus Überzeugung, sondern um die Familie zu ernähren. Jetzt ist Robert Lendzian zurückgekehrt. Es ist unwirtlich, kalt und windig, im Hintergrund arbeiten die Abrissmaschinen und Lendzian blickt in die Kamera von Wolf R. Ussler.

Erstmals vollständig

Lendzian ist einer von 51 ehemaligen Bergleuten, die Ussler und sein Kollege Thomas Stelzmann auf ihren einstigen Pütt in Szene setzten. Das Ende des subventionierten Steinkohlebergbaus 2018 ist Anlass für das Projekt "Keine Kohle mehr - Leben. Mit und nach der Kohle". Im Deutschen Bergbau-Museum werden die Fotografien erstmals vollständig präsentiert.

Die Düsseldorfer Fotografen haben sich über vier Jahre die Lebensgeschichten der Bergleute erzählen lassen. Diese finden sich in den eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Kompositionen wieder. Lendzian hat im Fernstudium Theologie studiert und wurde 1975 zum Diakon geweiht. Alfons Buddner tanzt gerne und ist deshalb in der Maschinenhalle der Zeche Fürst Leopold in Dorsten mit seiner Frau in Tanzpose zu sehen. Mit seinen Kanarienvögeln ist Günter Kucharski ins Bogestra-Depot, der ehemaligen Zeche Engelsburg, gekommen. Wilhelm Tax begegnet noch einmal der Dahlbuschbombe, mit deren Hilfe er 1955 verschüttete Bergleute rettete.

Kleine Dramen

Häufig arbeiteten Stelzmann und Ussler gegen die Zeit, fotografierten kurz vor oder während des Abrisses einer Zeche. Manchmal gibt es nur noch einen Parkplatz, wo früher tausende Menschen gearbeitet haben. Ihre Fotografien haben sie mit Texten ergänzt, die vom Leben der Bergleute erzählen, von kleinen Dramen, schönen und bitteren Erinnerungen und bewegenden Lebensläufen. Die Ausstellung ist somit nicht nur Dokumentation einer nahezu vergangenen Industriekultur und des Strukturwandels, sondern auch eine Hommage an die Menschen, die die Region sozial, kulturell und wirtschaftlich geprägt haben.

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