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Getanzter Sommernachtstraum in Essen

Ballett in Aalto-Oper

Eine Kostprobe vonHeinz Spoerlis "Sommernachtstraum" war im Aalto-Theater Essen schon zu sehen, als dem Schweizer der "Deutsche Tanzpreis 2009" verliehen wurde. Premiere feierte das Ballett am Samstagabend.

ESSEN

von Von Marieluise Jeitschko

, 04.11.2012
Getanzter Sommernachtstraum in Essen

Kobold Puck ist eine Paraderolle für Wataru Shimizu.

Spoerli ergänzt Mendelssohns Schauspielmusik, mit Ausschnitten aus anderen Kompositionen des Romantikers und minimalistischer Musik von Steve Reich und Philip Glass. So ergibt sich ein Rahmen der Geschichte als fast abstraktes neoklassisches Ballett, deutlich abgegrenzt von der Handlung durch eisig blau-schimmernde Ganzkörpertrikots der Damen und lange Hosen der Herren, die mit nacktem Oberkörper tanzen (Kostüme: Keso Decker).

Puck lauert auf Metallleisten Perfekt passt Hans Schavernochs edle Raumgestaltung auf die riesige Bühne. Der rechte Flügel des gläsernen Rundhorizonts lässt sich zum geraden Raumteiler nach vorn fahren. Auf den filigran wirkenden Metallleisten lauert Puck. Durch die Wände schimmern Himmel, Wald oder weiße Palastmauern.

Unglücklich-selige Verliebte Auf die wesentlichsten Szenen und Personen reduziert Spoerli die Komödie. Xiyuan Bai (Hermia) und Breno Bittencourt (Lysander), Yulia Tsoi (Helena) und Armen Hakobyan (Demetrius) begeistern als unglücklich-selige Verliebte. Die zauberhafte Barbora Kohoutková (Titania) und der markige Sergio Torrado (Oberon) streiten um Puck - eine Paraderolle für den quirligen Publikumsliebling Wataru Shimizu.

Handwerker sprechen Shakespeare Genial sind die Auftritte der Handwerker gelöst: sie spielen und sprechen Shakespeares Texte. Und das ganz famos, allen voran Jeroen Engelsman als Zettel. Das Corps de ballet zeigte sich bei der Premiere Spoerlis hohen technischen Anforderungen noch nicht ganz gewachsen. Dennoch: Wer hochkarätige zeitgenössische Ballettkunst schätzt, sollte sich den "Sommernachtstraum" nicht entgehen lassen.

Termine: 6./7./17./22./25.11., 2./8.12., 17.1.; Karten: Tel. (0201) 812 22 00.