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Neue Filme, alte Stoffe

Hollywood dominiert das Kinojahr 2018 mit Fortsetzungen

Dortmund Filme hin, Filme her. Das Kinojahr 2017 wird wegen der Skandale um Weinstein, Spacey und andere in die Annalen eingehen. In Hollywood kehrt man die Scherben auf und blickt nach vorn.

Hollywood dominiert das Kinojahr 2018 mit Fortsetzungen

Der Science-Fiction-Thriller „Ready Player One“ von Steven Spielberg läuft im April in den deutschen Kinos an.Foto: Warner Bros.

Nicht, dass die Geschichte um Nötigung und Missbrauch durch mächtige Männer gegessen wäre. Alle äußern ihre Betroffenheit, aber Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn seine Köpfe nicht unbeirrt Projekte forcierten, mit denen sie im neuen Jahr Kasse machen wollen. „The Biz never sleeps“, das Geschäft schläft nicht, trotz kleiner und großer Skandalbeben.

Ridley Scott dreht jetzt mit Christopger Plummer

Dann radiert man Kevin Spacey eben aus, indem man seine Szenen neu dreht, wie es Ridley Scott in seinem Film „Alles Geld der Welt“ machte, wo er Spaceys Rolle an Christopher Plummer gab. Bei uns startet das Tatsachendrama um die Entführung (1973) von Paul Gettys Enkel im Februar. Im Internet kursiert noch der Trailer mit Spacey als zögerlichem Ölmogul, der erst zahlt, als die Gangster ein Ohr von Getty junior schicken.

Rowlings neue Tierwesen

Vorwürfe sexueller Natur gibt es auch gegen Dustin Hoffman und Sylvester Stallone. Anschuldigung steht gegen Dementi, mal sehen, ob noch jemand guten Ruf und Rolle los wird. Johnny Depp behält jedenfalls die Rolle des Gellert Grindelwald in „Phantastische Tierwesen 2“, obwohl ihn seine Ex häuslicher Gewalt bezichtigt hat. Depp sei weiterhin gesetzt für die Figur des Schurken, sagten sowohl J. K. Rowling, Autorin des „Harry Potter“-Ablegers, als auch Warner Bros., das produzierende Studio. Bis zum Kinostart im November ist es lange hin, da könnten sich sich die Proteste von Potter-Fans gelegt haben.

Vin Diesel wirft die Motoren zum neunten Durchlauf an

Und was bringt das Kinojahr 2018 abseits der Skandale? Na ja, gewohnt viel Blockbuster-Getöse im Comic- und im SciFi-Genre. Dazu obligatorische Fortsetzungen, Remakes, Spin-Offs. Sie docken bei eingeführten Marken an, die der Traumfabrik zu unverzichtbaren „Milchkühen“ geworden sind. Warum woanders suchen, wenn ein Quell wie „Fast & Furious“ stärker sprudelt denn je? Im April werfen Vin Diesel und seine Heizertruppe die Motoren zum neunten Durchlauf an.

Nun haben die Damen die Hosen an

„Ocean’s Eight“ steht für eine bewährte Formel, die bisher von Männern durchexerziert wurde, gelegentlich mit weiblicher Schützenhilfe. Nun haben Ladies die Hosen an: Sandra Bullock verlässt den Knast, geht auf Museumsraub und steht einem illustren Damenkränzchen vor: Rihanna, Cate Blanchett, Helena Bonham Carter und Anne Hataway mischen mit. Die „Ocean“-Experten George Clooney und Steven Soderbergh produzieren den Komödienthriller, der im Juni bei uns anläuft.

Sauriern droht ein Vulkanausbruch

Im selben Monat startet „Jurassic World 2“, wo wir uns auf Nervenkitzel mit monströsen Sauriern einstellen dürfen, deren Insel ein Vulkanausbruch droht. Chris Pratt gibt den Dino-Flüsterer, der alle Viecher in Käfige treiben soll, aber bei Intelligenzbestien schlechte Karten hat.

Tom Cruise ist wieder als Topagent unterwegs

Tom Cruise (bösen Zungen zufolge bald der nächste Dino im Action-Kino) bleibt gleichfalls beim Erprobten und schlüpft wieder in die Haut seines Top-Agenten Ethan Hunt. „Mission Impossible 6“ startet im August. Ein Schelm, wer fragt, wie lange ein 55-Jähriger den Action-Recken spielen kann? Solange Ernährungsberater und Trainer ihn fit halten, Stunt-Leute seine Unversehrtheit garantieren und wir ihn sehen wollen.

Klassiker mit Altmeister Bruce Willis

Mit Bruce Willis tritt der nächste aus der alten Garde an, um mit bestimmten Schweinebacken abzurechnen: „Death Wish“ startet im März, trägt also den Originaltitel des Charles Bronson-Klassikers „Ein Mann sieht Rot“. Ein Yippie-Ya-Yeah verkneifen wir uns.

Clint Eastwood führt wieder Regie

Clint Eastwood hat auch lange Gesicht und Knochen hingehalten, sich aber früh auf die Regie verlegt und in diesem Fach einige Meriten. Im April kommt „The 15:17 to Paris“ ins Kino, wo Eastwood die Beinahe-Katastrophe in einem französischen Schnellzug nachinszeniert. Drei amerikanische Soldaten fallen 2015 einem Terroristen in den Arm und verhindern das Schlimmste. Eastwood holt weit aus, zeigt die Jugend der drei, ihren Einsatz im Nahen Osten und dann ihre große Stunde. Clou des Films: Die drei Männer spielen sich selbst.

Der erste schwarze Superheld der Comicgeschichte bekommt einen eigenen Film

Heldengesang der titanischen Art ist bei den Spektakeln der Comic-Schmieden DC und Marvel zu erwarten, die ihre Universen mit neuen und alten Figuren weiter aufblähen und jedes Jahr Gewinn einfahren, so eindimensional die Superheldenformel im Kern auch ist. Mit „Black Panther“ kommt der erste schwarze Superheld der Comicgeschichte ab Februar zu seinem eigenen Film. Chadwick Boseman spielt die Hauptrolle in einem überwiegend dunkelhäutigen Ensemble, Regisseur Ryan Coogler ist ebenfalls schwarz. Behaupte keiner, Marvel habe „Black Power“ nicht verinnerlicht. Was nichts über die Qualität des Streifens sagt.

Thor und Iron Man treffen die Guardians of The Galaxy

Für „Avengers: Infinity War“ trommelt Marvel die ganze Mannschaft zusammen: Thor, Iron Man, Captain America, Doctor Strange und Co. treffen die „Guardians of The Galaxy“. Bis wohin kann man die Devise „Schneller, höher, weiter und lauter“ eigentlich ausbauen? Die Antwort gibt es ab April auf der Leinwand.

Deutsches Kino bleibt in der Kinderecke

Sie fragen sich, wo das deutsche Kino bleibt? Nun: Wer Bruchteile amerikanischer Werbe-Etats sein Gesamtbudget nennt, hat beim Hyperhyper-Krakeelen nichts zu melden. Die Deutschen werkeln wacker in der Nische des Kinderkinos („Jim Knopf“ im März, „Die kleine Hexe“ im Februar) und im Feld der Komik, aber die neue Actionkomödie mit Schweiger und Schweighöfer („Hot Dog“, ab 18. Januar) sorgt kaum für Vorfreude. Eher schon die Gangsterstory „Nur Gott kann mich richten“ mit Moritz Bleibtreu (ab 25. Januar), die als knallharte Milieustudie Reiz haben soll.

Neuer Spielberg-Film läuft im April an

Aber mal ehrlich: Was ist das gegen Steven Spielbergs „Ready Player One“, der ab April vor der düsteren Zukunft des Online-Gamings warnt? Gegen Natalie Portman, die im SciFi-Mystery-Thriller „Auslöschung“ (ab Februar) hinter das Geheimnis einer verseuchten Zone kommen will? „Fuck Ju Göhte 3“ ist ein Glücksfall fürs deutsche Kino, aber die Ausnahme. Hollywood macht Kasse, die anderen rangeln auch 2018 um Peanuts.

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