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Humor mit der Brechstange

KÖLN "Ach, Lissi", haucht zärtlich der Kaiser Franz. "Franzl", haucht verliebt die Lissi zurück. "Ach, Bully" möchte man noch dazuhauchen, wenn man den Film "Lissi und der wilde Kaiser" gesehen hat. Und die Zusatzfrage stellen: "Mehr ging nicht?"

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Humor mit der Brechstange

A bisserl dekadent und am gesetzlichen Turteltag sehr kuschelig: Lissi und Franz.

Zugegeben, es war schon eine Herausforderung, der sich Michael "Bully" Herbig, gestellt hat. Aus kurzen Slapstick-Einlagen seiner Fernsehshow "bullyparade" einen abendfüllenden Spielfilm im Kinoformat zu formen - das hätte auch total ins Auge gehen können. Mit dem, was da ab Donnerstag in den Lichtspielhäusern zu bewundern sein wird, ist die große Hoffnung des deutschen Kinos (seine ersten beiden Produktionen sahen mehr als 20 Millionen Menschen) zwar noch einmal um die Blamage herumgekommen. Aber verglichen mit dem "Schuh des Manitu" hat Herbig mit dem Schlusspunkt seiner Trilogie nur Durchschnittsware abgeliefert.

Trauriger Yeti entführt schöne Kaiserin

Eine verrückte Idee (naive Kaiserin wird von traurigem Yeti entführt, tumber Gatte samt mannstoller Mama und infarktgefährdetem Feldmarschall jagen das Paar, verfolgt zwei bayerischen Kopfgeldjäger-Deppen) muss über 90 Minuten tragen. Da wird?s schwierig, offenbart der Slapstick-Star seine Schwächen. Zwar reiht er einen Gag an den anderen, doch sind die von dümmlich bis brüllend komisch von sehr unterschiedlicher Qualität. Ruft der Kaiser nach dem Roomservice, bekommt er eine Flasche Rum gereicht. Haha. Szenenapplaus gab?s bei der ersten Publikumsvorführung dagegen für Sprachakrobatik wie "Im Wald verstecken sich die Freischwimmer! Abtrünnige Nudisten transpirieren gemeinsam mit den Partisanen."

Lissi ist Bully, das schwitzt sie aus jeder Pore

Mancher Fan hat Herbig übel genommen, dass er die Form der Animation wählte, statt selber ins Lissi-Kostüm zu schlüpfen. Das allerdings macht die hervorragende Animation locker wett. Lissi ist Bully, das schwitzt sie besonders in den Nahaufnahmen aus jeder Pore. Dass mit Christian Tramitz und Rick Kavanian altbekannte Stimmen aus Bully-Filmen die Hauptfiguren synchronisieren, versöhnt zusätzlich. Die Rollen sind allesamt mit hervorragenden Stimmen besetzt, genial ist Waldemar Kobus als Yeti mit Ruhri-Slang. Wer Spaß an Brachialwitz im Sekundentakt hat, sollte Lissis Abenteuer nicht versäumen. Feine Komik geht anders.

 

 

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