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Im Winter-Wunder-Land

DORTMUND Weiße Weihnacht ist in Dortmund garantiert. Wie mit dem Polarexpress zieht der russische Clown Slava Polunin das Publikum in einem Sog in sein Winter-Wunder Land, in dem Schabernack und Poesie regieren.

von Von Julia Gaß

, 20.12.2007

 

Deutschland-Premiere feierte "Slava's Snowshow", die seit 14 Jahren rund um den Globus das Publikum begeistert, im Konzerthaus Dortmund. Und machte die Zuschauer zu staunenden und spielenden Kindern, die sich in dieser Show über nichts wundern sollten.

Ein Schatzkästlein voller Ideen und verblüffender Überraschungen öffnet der 57-Jährige Clowns-Visionär in einer surrealen Fantasiewelt, die einen Platz irgendwo unter Wasser, auf dem Meer, im ewigen Eis oder im Himmel hat. Und schenkt den Menschen damit das leise Lächeln und laute Lachen.

Im flauschigen Pelz, mit roter Nase schlurft der Gelbclown (Derek Scott) in diese Fantasiewelt, sechs skurrile Clowns mit Schlappohr-Hüten folgen ihm. Bei der Premiere war der vielfach ausgezeichnete Slava Polunin krank - ab dem Wochenende will er für ein paar Vorstellungen in das Kostüm des Gelb-Clowns schlüpfen.

Szenen, die flüsterleise sind, wunderschöne Poesie und den stillen Charme eines Marcel Marceau-Theaters haben, wechseln mit Illusionstheater, das manchmal nur in Spots vorüberzieht, und ausgelassenem Schabernack.

Wilde Schneeschlacht

Nach der Pause machen sich die sechs Schlapphüte übers Publikum her, zerren an Schuhen, stapfen über die Lehnen - spritzende Wasserflaschen haben sie zur Freude der Kinder (ab acht Jahren) auch dabei. Und eine wilde Schneeschlacht mit weißen Schnipseln beginnt. Knalliger, direkter, noch frecher als in anderen Ländern sind diese Nummern.

Melancholie, Einsamkeit, Traurigkeit und fröhlicher Slapstick zieht Slava aus seiner Wunder-Tüte. In einem Bett auf dem Meer stranden die Clowns, im Seifenblasen-Wirbelsturm stimmen sie ein Terzett an, und dazwischen gibt es immer wieder anrührende, poetische Momente, in denen die Welt still zu stehen scheint. Und die nehmen das Publikum gefangen wie das Spinnennetz aus Watte, das sich auch über dem Parkett ausbreitet.

Manche sehr kurzen Szenen hätten die Clowns noch mehr ausspielen können. Auch das Finale zu Orffs "O Fortuna", in dem ein Schneegestöber das Publikum überrollt. Und dann dürfen die Zuschauer selbst spielen mit großen bunten Bällen. Und die Kinder baden glücklich im Schnee-Konfetti. Ein bisschen ist die Snowshow wie ein Traum - nicht nur einer von weißer Weihnacht, auch der von einer für anderthalb Stunden zurückgeschenkten Kindheit.  22 Vorstellungen bis 6.1., Karten: Tel. (0231) 22 69 62 00.

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