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In die Triennale verliebt

DÜSSELDORF "Ich habe mich in die RuhrTriennale verliebt", sagt Willy Decker. Und diese Liebe ist so groß, dass der 57-Jährige das Festival von 2009 bis 2011 leiten wird.

von Von Bettina Jäger

, 17.10.2007
In die Triennale verliebt

Mit dem Triennale-Virus infiziert: Willy Decker wird Intendant der RuhrTriennale in den Jahren 2009 bis 2011.

Der Aufsichtsrat der Kultur Ruhr GmbH hat den renommierten Opernregisseur gestern zum zukünftigen Intendanten bestellt. Kulturstaatsekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff gab die Entscheidung am späten Nachmittag bekannt und bestätigte damit, was unsere Zeitung bereits am Dienstag berichtet hatte.

Faszination Industriekultur

Mit Willy Decker trat ein nachdenklicher, zurückhaltender und ausgesprochen sympathisch wirkender Mann vor die Presse. "Ich hätte noch vor sieben Wochen nicht gedacht, dass ich heute als designierter Intendant vor ihnen stehen würde", lächelte er. Er habe immer weit von sich gewiesen, einmal Intendant zu werden. "Doch manchmal genügt eine Begegnung, damit man die in Stein gemeißelten Überzeugungen aufgibt." In seinem Fall sei es die Begegnung mit den Spielstätten der Triennale, die Faszination der Industriekultur gewesen. In der Duisburger Gebläsehalle zu inszenieren, habe ihn einfach glücklich gemacht. So will er denn auch jeweils eine Inszenierung pro Saison selbst vorlegen - ein Novum in der Triennale-Geschichte.

Die Frage, ob er denn als - zugebenermaßen berühmter - Regisseur auch das Festivalmachen beherrsche, beantwortete er entwaffnend ehrlich: "Zweifel sind da. Aber ich traue mir das zu." Eine Vielzahl von Ideen habe er bereits. Über drei Jahre hinweg könne er sich einen Dialog mit den Weltreligionen vorstellen, also mit der jüdischen, islamischen und buddhistischen Kultur.

Vom Triennale-Virus infiziert

Bei der Fahrt durch die imposanten Spielstätten sei Decker heftig vom "Triennale-Virus" gepackt worden, bestätigte auch sein Vorgänger Jürgen Flimm mit einem Schmunzeln. Flimm, der wegen seines Engagements in Salzburg im Jahr 2008 nicht mehr Intendant sein kann, ist zum künstlerischen Geschäftsführer für die kommende Interims-Saison bestellt worden.

Mit zehn Bewerbern hatte Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff im Vorfeld gesprochen. Der Niederländer Johan Simons hätte zugreifen können, entschied sich aber für die Münchner Kammerspiele. Als zweite Wahl fühle er sich nicht, so Decker, der ab 1.1.2008 einen Vorvertrag erhält: "Es kommt zu einer Liebesheirat." Und Grosse-Brockhoff zeigte sich überzeugt, dass Decker es schaffen werde, "diese Räume in einer Weise zu nutzen, wie wir es vielleicht noch nicht gesehen haben".

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