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Jenseits von Puszta-Folklore

Festival Scene Ungarn

DORTMUND Ganz weit entfernt von althergebrachter Puszta-Folklore war der Auftakt des Festivals "Scene Ungarn in NRW" am Montagabend im Dortmunder Opernhaus.

von Von Andreas Schröter

, 13.04.2010
Jenseits von Puszta-Folklore

Das »Hungarian State Folk Ensemble« tanzte zur Eröffnung des Festivals »Scene Ungarn in NRW«.

Das "Hungarian State Folk Ensemble" nimmt für seine Choreographien zwar häufig Traditionelles als Grundlage, wechselt jedoch schnell in etwas, das mal an HipHop, mal an Rhythmus-Shows wie Stomp erinnert - zum Beispiel, wenn Trommler ihre Ölfässer bearbeiten oder die Musiker Geigenklänge mit Straßenlärm kombinieren. Sehr präzise tanzten die ungarischen Akteure in schwarzen Mänteln, die mit hunderten kleinen Leuchtdioden versehen waren. Das schuf bei schnellen Bewegungen dynamisch wirkende Lichteffekte. Auch viele Gesangselemente gehörten zu dieser Choreographie, die den Titel "Labyrinth" trug. Nicht immer brauchten die Ensemble-Mitglieder Instrumente. Sie erstampften, erklatschten und ersangen sich ihren ganz eigenen Rhythmus und setzten ihn in Bewegungen um. Das alles schuf eine besondere Atmosphäre, die weit über tänzerisches Mainstream hinausging - auch wenn die eine oder andere Stelle musikalisch etwas monoton wirkte. Insgesamt ein gelungener Festival-Auftakt. Große-Brockhoff: "Etats nicht kürzen" Vor der Show gab's Reden. NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff mahnte die anwesenden Kämmerer, sich ein Beispiel an der Landesregierung zu nehmen und den Kulturetat nicht zu kürzen. Er freue sich, dass sich an diesem Scene-Festival so viele Städte wie noch nie - 14 statt bisher acht - mit einem riesigen Programm beteiligen. Und: Nicht die offizielle ungarische Repräsentationskultur sei hier vertreten, sondern die freie und unabhängige Szene. János Can Togay, Direktor des Collegium Hungaricum und Botschaftsrat der ungarischen Botschaft in Berlin, sagte: "Diese Produktionen stehen für kompromisslose, innovative und oft aufrüttelnd schöne ungarische Gegenwartskultur."

Bis zum 17. Juni finden in NRW beinahe täglich Veranstaltungen der Scene Ungarn statt.

  •  Dr. Michael Kluth zeigt am Donnerstag, 15. April, 19 Uhr, seinen Film: „Kulturkampf in Ungarn?“ in der Auslandsgesellschaft, Steinstr. 48, mit Diskussion. Eintritt frei.
  •  Zeitgenössischen Jazz und traditionelle Musik verbindet das Mihály Dresch Quartett am Freitag, 16. April, 20 Uhr, im domicil (VVK 11/ AK 13 Euro).
  •  Peter Józsa, einer der bemerkenswertesten Pianisten der jüngeren Generation, tritt ebenfalls am 16., 19 Uhr, im Essener Schloss Borbeck auf. Er spielt Werke von der Wiener Klassik bis zur Moderne (Karten 17/ erm. 14 Euro).
  • Variations of a double, Werke von Schumann und jeweils vier zeitgenössischen Komponisten aus Ungarn und NRW präsentieren Lajos Rozmán und Martin Tchiba am Samstag, 17.4., 20 Uhr, in der Düsseldorfer Tonhalle. (11/ erm. 5 Euro).
  •   „Kasperls Wurzeln“, ein Figurentheater mit Gyula Molnár, erzählt eine aberwitzige Schöpfungsgeschichte am 17.4. (20 Uhr, Parzelle im Depot, Karten: 22/ 18 Euro).

 www.scene-ungarn.de