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"Kick Ass" ist eine Superheld mit kleiner Macke

Kino-Spaß mit knalligem Soundtrack

Ein Kostümierter mit Maske und Flügeln nimmt Anlauf und hechtet vom Hochhaus. Fällt und fällt und fällt. Dann schlägt der Superheld auf einem Taxi auf. Aus und tot. „Das bin nicht ich“, sagt eine Stimme aus dem Off. „Das war ein Kindskopf aus Armenien mit Psycho-Macke.“

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 26.04.2010
"Kick Ass" ist eine Superheld mit kleiner Macke

Er übt vorm Spiegel: Dave (Aaron Johnson) ist ein durchschnittlicher Teenager, träumt aber, er wäre Superheld.

Es ist Teenager Dave, der da spricht, aber einen Sprung in der Schüssel hat er auch. Im Versandhaus ordert er einen türkisen Strampler, gibt sich den Kampfnamen „Kick-Ass“ und geht als Superheld auf Ganovenjagd. Ausgerüstet mit aufgeblähtem Super-Ego, aber ohne Spezialkraft. Übel zugerichtet landet Dave (Aaron Johnson) im Krankenhaus...

Matthew Vaughns „Kick-Ass“ steckt irgendwo zwischen Superhelden-Persiflage und -Hommage. Was eben noch Jux und Augenzwinkern war, schlägt in der nächsten Szene in Brutalität um. Ein Tonartwechsel, der gewöhnungsbedürftig ist. Angelehnt an einen Comic von Mark Millar strotzt der Film vor Referenzen und Verweisen. Gruß an Chefzitierer Tarantino und die Blutorgien in „Kill Bill“, an Sam Raimis „Spiderman“, an einen Clip von Eminem. Elemente frivoler Teenkomödien. Naseweises „Namedropping“ von John Woo bis „Sin City“.

Natürlich jongliert „Kick-Ass“ mit dem Arsenal des Superheldengenres. Das Motiv der doppelten Identität, Kostümierung, Allianz der Helden, ein Erzschurke. Der wird gespielt von Mark Strong, Allzweckwaffe im Rollenprofil der Finsterlinge. Der Koksbaron von New York, Herr über eine Armee von Schergen, die als Kanonenfutter herhalten. Die Person, die sie dezimiert, ist auch einer der Over-the-top-Gags des Films: Ein elfjähriges Lolita-Mäuschen, das sich Hit Girl nennt und vom Papa (Nicolas Cage) zur Killerin dressiert wurde. Chloe Grace Moretz wird zur Verhohnepipelung aller Amazonen vom Schlage blutjung und brandgefährlich. Nebenbei wird uns der „Superheld 2.0“ präsentiert. Eitle Rächer der Generation YouTube betreiben eine Webseite, wo sich Ruhm in Clicks niederschlägt. Der knallige Soundtrack rundet das Ganze zum annehmbaren Popcorn-Spaß. Hirn aus und Augen auf!  

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