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Knallbuntes Popmärchen

KÖLN „Die Unberührbare“ war ein Meisterstück. Jetzt dreht Oskar Roehler in Köln das Liebesmärchen „Lulu und Jimi“. Erste Szenen und die namhafte Besetzung (Udo Kier, Katrin Sass, Rolf Zacher, Ulrich Thomsen) versprechen wirklich viel.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 15.08.2007

Regisseur und Darsteller stellten das Projekt in Köln vor und fuhren direkt vom Dreh zum Pressetermin ans Rheinufer. Katrin Sass steckte noch im Kostüm: Kaum zu erkennen. Mit blondem Rauschgoldhaar und Pelzmantel sah die Schauspielerin („Goodbye Lenin“) wie ein spätes „Mädchen Rosemarie“ aus, 1958 von Nadja Tiller, zuletzt von Nina Hoss verkörpert.

Apropos: Auch „Lulu und Jimi“ spielt im Wirtschaftswunderland unter Adenauer. Auf der Kirmes funkt es zwischen Lulu und Jimi. Jimi arbeitet am Autoscooter und er ist schwarz. Die Liebe steht unter einem schlechten Stern. Lulus Mutter (Katrin Sass) wird zur Furie. Sie hat andere Pläne, will die Tochter mit einem Sohn aus reichem Hause (Bastian Pastewka) verkuppeln. Lulu und Jimi brennen durch. An ihre Fersen heften sich ein Chauffeur (Udo Kier) und der Killer Harry Hass (Ulrich Thomsen)...

Lulu und Jimi sind ein fotogenes Paar

Auf den vorab gezeigten Szenen ist zu erkennen, dass die Französin Jennifer Decker (Lulu) und der Brite Ray Fearon (Jimi) ein fotogenes Paar sind. Die quietschbunten, opulenten Bilder signalisieren, dass der Film in Richtung schrille Seifenoper und Popmärchen tendiert.

Auf 5,7 Mio. Euro beziffert Oskar Roehler seinen Etat und räumt ein, dass nicht wenig in die Ausstattung geflossen ist: „Wenn du Glanz und Aura der 50er einfangen willst, musst du einen ästhetischen Aufwand treiben, der ganz billig nicht zu kriegen ist.“

Archetypen wie Romeo und Julia

Er habe Lust auf eine große Liebesgeschichte gehabt, sagt Roehler, auf ein schwarzhumoriges Melodram, bevölkert von Archetypen. Schwarzer Romeo und weiße Julia unter Spießern. Fiese Mutterhexe. Böser Killer Harry Hass. Udo Kier als sinistrer Chauffeur. Rolf Zacher als Daddy Cool. Hans-Michael Rehberg als der Drogen-Doc. – Wir sind gespannt.