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Künstlerpaar macht aus Schlaglöchern Kunst

Ungewöhnliche Fotografie

MONTREAL Wer flucht nicht, wenn er über ein Schlagloch fährt. Während unsere Städte so langsam alle Schäden des Winters beseitigen, erklärt das kanadische Künstlerpaar Claudia Ficca (28) und Davide Luciano (31) die kritischen Krater zur Kunst. Im Interview erzählte Claudia Ficca von ihrer ungewöhnlichen Fotografie.

von Von Karin von Cieminski

, 02.04.2010
Künstlerpaar macht aus Schlaglöchern Kunst

Mit Spaghetti lassen sich Schlaglöcher auch füllen, wie hier in New York.

Wie kam es dazu, dass Sie Schlaglöcher künstlerisch in Szene setzen und fotografieren? Ficca: Wir kamen auf die Idee, als wir in ein riesiges Schlagloch in unserer Nachbarschaft gefahren sind.Ist diese Fotografie ein Hobby für Sie?Ficca: Das ist unsere erste künstlerische Serie, aber wir wollen weiter ähnliche Projekte machen.Arbeiten Sie in dieser Branche?Ficca: Wir haben eine kleine Foto- und Videoproduktionsfirma. Davide hat einen Abschluss von der Toronto Film Schule. Ich habe Italienische Literatur studiert.Wie viele Szenen haben Sie schon geknipst?Ficca: Bisher haben wir 17 Szenen.

Haben Sie die Schlagloch-Bilder schon ausgestellt? Ficca: Ja. Wir hatten schon zwei Ausstellungen, eine in Montreal und eine in New York.Sind Sie immer noch verärgert, wenn Sie durch ein Schlagloch fahren – oder froh darüber, eine neue Möglichkeit entdeckt zu haben?Ficca: Wir sind dann glücklich eine neue Location gefunden zu haben. Definitiv. Wir sind immer auf der Suche nach erstaunlichen Schlaglöchern.Wie suchen Sie die „Richtigen“ aus?Ficca: Wir nehmen bevorzugt Schlaglöcher, die in der Mitte der Straße liegen. Und wir achten auf schöne Hintergründe, wie ein schönes Haus oder etwas das typisch für die Stadt ist, wie das gelbe Taxi in New York.Welches sind eure Lieblingsmotive bisher?Ficca: Meines ist „Alice im Wunderland“, Davide mag „Baywatch“. Aber unsere Lieblingsbilder wechseln ständig. Vor allem wenn wir gerade eine neue Szene fotografiert haben.Was möchten Sie gerne noch umsetzen?Ficca: Wir möchten gerne ein Buch „Schlaglöcher in der ganzen Welt“ veröffentlichen. Dafür suchen wir nach einem Verlag.Wie arbeiten Sie eigentlich vor Ort – schirmen Sie sich mit Absperrband ab?Ficca: Ach, von wegen. Wir fotografieren mitten im Verkehr. Da wir beide fotografieren, achtet der eine auf den Verkehr, während der andere mit der Kamera hantiert. Manchmal müssen wir aus dem Weg gehen, damit die Autos an uns vorbei fahren können.Wer sind Eure Models?Ficca: Alle Models aus unserer Montreal-Serie sind Freunde oder Familienmitglieder. In Los Angeles haben wir die Darstellerin für die „Baywatch“-Szene und den Nikolaus engagiert. Einige waren Leute von der Straße, die so nett waren für uns zu posieren. Für die Hunde-Waschszene haben wir Leute angesprochen, die gerade Gassi gingen.Welche Reaktionen bekommt ihr von Vorbeikommenden?Ficca: Manchmal verursachen wir Staus, weil Autofahrer langsam fahren und lachen. Fußgänger halten an und fotografieren uns mit ihrem Handy-Kameras.