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Lara Croft ist in „Tomb Raider“ viel menschlicher

Neu im Kino

Die Rolle der Lara Croft erbte sie von Angelina Jolie, doch Alicia Vikander stattet die „Tomb Raider“-Heroine mit einer neuen Körperlichkeit aus.

Lara Croft ist in „Tomb Raider“ viel menschlicher

Sie spannt den Bogen wie Diana, die griechische Göttin der Jagd: Alicia Vikander spielt die Heldin Lara Croft im neuen Fantasy-Action-Streifen „Tomb Raider“, der Donnerstag (15.3.) im Kino startet. Foto: Warner Bros

Die Figur der Kampf-Amazone Lara Croft entsprang bekanntlich einem Videospiel der älteren, gröber gepixelten Sorte, das zumindest in der Erinnerung auf einfachste Schlüsselreize setzt. Man hat eine kurvige Madame vor Augen, die ein neongrünes Oberteil und zwei Pistolen trägt.

Kamera war auf Jolies Brüste fixiert

In ihrer körperlichen Anmutung war Lara eine Hugh Hefner-Fantasie, eine Kreuzung aus Barbies Langgliedrigkeit und der Oberweite eines Playmate, hart an der Grenze zum Herrenwitz, eigentlich schon darüber hinaus. Angelina Jolie, die Lippen wie Stoßstangen, Körbchengröße imposant, verkörperte Lara in zwei Filmen (2001 und 2003), die aus Sicht heutiger Geschlechter-Diskurse absolut peinlich sind: Ganze Sequenzen waren in der Kameraführung auf Jolies Brüste zentriert und fixiert, was uns daran erinnert, dass Freunde des Actionkinos überwiegend männlich sind.

Schnee von gestern. Die neue Lara Croft wird von Alicia Vikander gespielt, womit der Aufstieg der 29-jährigen Schwedin („Ex Machina“, Oscar für „The Danish Girl“) zum Gipfel des Film-Olymps weitergeht. Wie aber schlägt sich die eher zierliche Vikander in der Rolle einer Figur, die als ausladende Wuchtbrumme bekannt ist?


Sportiv und gar nicht schlecht, auf jeden Fall menschlicher, als wir es von der Superfrau aus dem digitalen Kosmos erwartet hätten. Die neue Lara verliert mehr als eine Klopperei, ohne dass ihr Zacken aus der Krone brächen. Ihre Herkunft aus der Spielkonsole prägt die Handlung, nicht aber die Ausformung der Figur.

Wo Jolie ein Comic-Pin-up war, ist Vikander aus Fleisch und Blut.

Der Plot des Film (in der Regie des Norwegers Roar Uthaug) ist eine Fantasy-Melange mit viel, viel „Indiana Jones“, Schnitzeljagd-Motiven à la „Sakrileg“ und „Das Vermächtnis der Tempelritter“, sogar etwas vom Klassiker „Die Schatzinsel“: Ein Mythen- und Mysterien-Cocktail, mehrfach geschüttelt und gerührt. Fahrradkurier Lara zeigt in London, was sie auf dem Drahtesel kann, als sie eine Nachricht ihres Vaters (Dominic West) findet, der verschollen ist. Die Spur führt nach Hongkong, wo Lara in See sticht, mit Kurs auf eine Insel vor Japan.

Ein Sklaventreiber (Walton Goggins) zwingt arme Teufel, nach der Grabkammer einer Hexenmeisterin zu buddeln. Todesfallen, Gruselschocks, Sarkophag: das Einmaleins des Popcorn-Horrors wie in „Die Mumie“. Die Inszenierung hat etwas Naives, angenehm Altmodisches, scheint nicht mithalten zu wollen im Effekt-Gebimmel der Blockbuster.

Weniger ist mehr, weniger Getöse, weniger Prahlerei. Und Vikander ist einfach hinreißend, eine größere Attraktion als der Fantasy-Mumpitz drumherum.

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