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Liebe ist... ein berühmtes Bild

KLEVE Mit der bildnerischen Botschaft LOVE hat Robert Indiana im Laufe der letzten vier Jahrzehnte die gesamte westliche Welt erobert. Auf seine erste deutsche Retrospektive musste er jedoch bis heute warten.

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Liebe ist... ein berühmtes Bild

<p>Die "Liebe" ist in diesem Fall ein riesiger Wandteppich aus Wolle. Foto dpa</p>

 

Das Museum Kurhaus Kleve präsentiert seit Sonntag rund 100 Gemälde, Skulpturen, Druckgrafiken und Wandteppiche der lebenden Legende der Pop-Art.

Seinen künstlerischen Durchbruch erzielte Robert Indiana mit der in den frühen 1960er Jahren begonnenen Serie "The American Dream". In ihr setzt er sich kritisch mit der amerikanischen Nationallegende auseinander, die den US-Bürgern Freiheit, Glück und Wohlstand verheißt.

Der amerikanische Traum

Ausgestellt ist "The Red Diamond American Dream # 3" (1962) - ein Gemälde, das schon auf der Kasseler documenta 4 (1968) für Furore sorgte. Das aus vier Tafeln zur Raute zusammengesetzte Werk weist vier Scheiben auf. Sie sind mit Zahlen und Worten wie "the american dream", "tilt" und "take all" bestückt. Die Gestaltung erinnert an einen Spielautomaten. Der "amerikanische Traum" wird zum Glücksspiel, das Gewinner und Verlierer hervorbringt.

Das Gemälde ist charakteristisch für Indianas Arbeiten: Er baut sie aus Buchstaben und Ziffern, Zeichen und Farbflächen auf. Ihre Optik ist hart, klar, kalt und von ästhetischer Schärfe. Und doch haben sie stets auch einen gefühlvollen autobiografischen Hintergrund. Die obere Scheibe auf "The Red American Dream" etwa zeigt die Zahlenfolge 29, 37, 40, 66. Das sind die Nummern der vier Highways, auf denen sein Vater während der großen Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren als Handelsvertreter erfolglos seinem Traum von Glück und Erfolg nachjagte.

Erinnerung an den Vater

Neben der Zahlen- ist auch die Farbsymbolik ein typisches Merkmal seiner Kunst. So spielt der Prototyp seines jedermann bekannten Wortbildes LOVE (1964) mit Rot und Grün auf die Ölgesellschaft an, für die sein Vater Earl Clark arbeitete. Das Blau aber steht für den Himmel des US-Staates Indiana, in dem der Künstler als Robert Clark das Licht der Welt erblickte.

Sein LOVE wurde zum Zauberwort für christliche Nächstenliebe und geschlechtliche Freizügigkeit. Aber ebenso richtete es sich gegen den Vietnamkrieg. Inzwischen ist es längst zu einem Kultbild des 20. Jahrhunderts aufgestiegen.

Liebe als Wandteppich

Neben der Gestaltung neuer Werke kommt Indiana bis heute immer wieder auf seinen größten Erfolg zurück, . Das zeigen die erstmals ausgestellten LOVE-Wandteppiche (seit 1995). Die beiden größten sind überwältigende sechs Meter hoch. Der eine weist die klassischen Farben des Ursprungsbildes auf. Der andere ist - als Hommage an das Ausstellungsland? - in den deutschen Nationalfarben gehalten.

Museum Kurhaus Kleve: "Robert Indiana", Tiergartenstraße 41, bis 6.1.2008, Di-So 11-17 Uhr, Katalog 24 Euro.

 

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