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Louisa Stroux kämpft als "Katze" weiter

BOCHUM Wie ist das mit der Wahrheit? Muss man sie schonungslos aufdecken oder kann der Mensch an ihr zerbrechen? Braucht er eine Lebenslüge? Und was macht sie aus ihm?

von Von Ronny von Wangenheim

, 28.10.2007
Louisa Stroux kämpft als "Katze" weiter

Marc Oliver Schule und Louisa Stroux als Ehepaar Brick und Maggie.

Diese Fragen, denen Tennessee Williams vor 50 Jahren in "Die Katze auf dem heißen Blechdach" nachspürte, dieses Ibsen-Thema ist zeitlos spannend. Da braucht Regisseur Markus Dietz im Bochumer Schauspielhaus keine aktuellen Anspielungen. Was er braucht, sind gute, ja brillante Schauspieler. Und die hat er - das zeigen am Ende viele Bravorufe.

Big Daddy

Die Intensität, die der Abend hat, spitzt sich vor der Pause zu. Es ist der einzige Akt, in dem der auftaucht, um den sich alles dreht: Big Daddy, dessen Geburtstag gefeiert werden soll, von dem alle außer ihm wissen, dass es sein letzter sein wird. Charles Brauer spielt diesen Big Daddy als cholerischen, zornigen Mann, dessen Kraft doch schon gebrochen ist. Großartig, wie er versucht, mit seinem Sohn Brick (Marc Oliver Schulze) zu reden, der Whisky trinkend nur auf den Klick wartet, ab dem alles erträglich wird. Die Wahrheit soll gesagt werden, endlich - doch am Ende muss sich Brick mit seinem Welt ekel und seiner nicht eingestandenen homosexuellen Beziehung zu dem toten Freund Skipper auseinander setzen, weiß Big Daddy, dass er sterben wird. Versteinert sitzt er da, während das Licht angeht und die Zuschauer in die Pause gehen.

     Lebenshunger

Danach laufen alle anderen noch einmal zu großer Form auf. Big Mama Sabine Orléans ist nicht nur körperlich ein Schwergewicht, die die Wahrheit verdrängt. Janko Kahle als ungeliebter Sohn Gooper und Katja Uffelmann (sie sprang bravourös für die erkrankte Veronika Nickl ein) als kämpfendes Muttertier Mae versuchen, sich das Erbe zu sichern. Louisa Stroux ist Maggie, die Katze, die noch mit glühenden Pfoten auf dem Blechdach ausharrt. Ihr Lebenshunger treibt sie voran, lässt sie lächelnd jede Demütigung Bricks hinnehmen. Am Ende geht das Licht aus. Doch ihr Kampf geht weiter.

 

Karten: Tel. (02 34) 33 33 55 55.

          

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