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Marc Rüsing zeigt die Kunst des Bikens

Neue "Urbanatix"-Show

Brüche an Lendenwirbel, Zeh, Ferse, Schlüsselbein, Finger, Mittelhand. Marc Rüsing hat all das hinter sich und ist noch immer "Dirt-Biker" aus Leidenschaft. Der seine irren Sprünge bei der neuen "Urbanatix"-Show ab Freitag in der Jahrhunderthalle präsentiert.

BOCHUM

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 05.11.2012

"Dirt-Biken", Fahrrad-Stunts im Dreck, werden eigentlich im Freien geübt und praktiziert, meist auf selbstgebauten Rampen und Strecken. Marc Rüsing kommt aus Essen. Irgendwo dort in einem Wald liegt auch sein Trainingsgelände, das jede Menge kühner Überschläge und schmerzhafter Landungen gesehen hat.Völlig losgelöst Auf die brandneue "Urbanatix"-Show (auch mit Bikern, "Trickern", Parkourläufern, Breakdancern, Beatboxern) bereitet sich der 25-jährige Sport-Akrobat in der aufgelassenen Bochumer Marienkirche vor. Wo Gottesdienst gefeiert wurde, stehen nun Rampen und Gummimatten.

An der Wand am Eingang hängen Zeitungsberichte. Mit Schlagzeilen früherer "Urbanatix"-Shows: "Völlig losgelöst", "Bewegung ist Kunst", "Weltklasse und Straßentalente". Die Shows adelten den Trendsport einer kleinen, jungen, "hippen" Gemeinschaft zum Kulturereignis. Das Lebensgefühl der Straße eroberte die Musentempel der Hochkultur.Hohe Messlatte

"In der neuen Produktion liegt die Messlatte für alle noch höher", erzählt Marc Rüsing. "Wir sind etwa zehn Biker und pushen uns gegenseitig", beschreibt er das Wetteifern um die spektakulärsten Kunstflüge. "Man sieht, was die anderen tun und spinnt es weiter. Das macht Spaß, da wirst du kreativ. Wenn du dann noch hörst, wie das Publikum abgeht, wagst du spontan noch mehr." Rüsing stieß 2011 zum Ensemble. Er wurde gecastet - und konnte Urbanatix-Impresario Christian Eggert überzeugen.Bike-Virus

Von nichts kommt nichts: Rüsing hat sich mit 14, 15 Jahren den Bike-Virus eingefangen. "Wir waren ein paar Jungs, die vom Mountain-Biken kamen und mehr wollten als steile Geländefahrten", erinnert er sich. Also bauten die jungen Wilden im Wald ihre eigenen Rampen. Dort feilten sie ungestört an ihren Tricks. Fielen auf die Klappe, standen auf, übten weiter.

Zehn Jahre später beherrschen Dirt-Biker wie Marc atemberaubende Flugmanöver. Auf der Startrampe holen sie sich einen Teil des Schwungs. Der Rest ist Beinarbeit, die sie fünf, sechs Meter in die Luft katapultiert und Figuren wie den Salto rückwärts ("Backflip") und den "Threesixty" ermöglicht, wo der Radler 360 Grad um sich selbst rotiert.Kein Schnickschnack 1300 Euro kostet das Bike, das Rüsing dabei fährt. Extra dicke Reifen, vorne weich gefedert, ein Gang, null Schnickschnack. Hersteller reagieren auf die wachsende Nachfrage mit Spezial-Rädern, Einsteigermodelle gibt es ab 600 Euro. Die Dirt-Bike-Szene trifft sich auf Contests, stellt ihre Tricks als Clips ins Internet. Rüsing zeigt uns ein Video, das er in Thailand gedreht hat: Nicht nur bei uns hat die Bike-Akrobatik ihre Fans. Wetten, dass es nach der Urbanatix-Show viele, viele mehr sind? Bis dahin: Hals- und Beinbruch!

Termine: 9.-19. 11., 19 Uhr, Sa/So 17 und 20 Uhr, Karten: Tel. (0211) 27 40 00.