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Skulpturenpark Waldfrieden

Markus Lüpertz spielt mit Komik und Groteske

Wuppertal Der Skulpturen-Kosmos von Markus Lüpertz ist jetzt im Skulpturenpark Waldfrieden zu besichtigen. Alles aus Gips, nur ein Werk ist aus Stein.

Markus Lüpertz spielt mit Komik und Groteske

„Philosophin“ und Künstler: Markus Lüpertz mit seiner Skulptur Foto: Helmbold

Ein bisschen zerschlagen, zerschunden sehen sie alle aus. Egal ob es Figuren aus der antiken Mythologie wie Daphne, Jason und Herkules oder Musiker wie Beethoven und Mozart sind, die Markus Lüpertz in seinem skulpturalen Werk geschaffen hat.

Steinskulptur steht außerhalb der Glashallen

Und eine Merkur-Plastik präsentiert der Bildhauer dann gleich in mehrere große Brocken zerlegt im Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden, den sein Künstlerkollege Tony Cragg betreibt.

Es ist die einzige Skulptur aus Stein und das einzige Werk im Außenraum der Ausstellung „Der Tod, der bleiche Freier“. Weitere 26 Skulpturen, alles Gipsarbeiten, befinden sich in den zwei gläsernen Ausstellungshallen im Park. Und in der Villa gibt es noch neun Gouachen vom „abstrakten Maler-Bildhauer“, wie er sich selbst bezeichnet.

Sinnbild des Menschen

Lüpertz geht es nicht um anatomische Genauigkeit, nicht um das Abbild des Menschen, sondern um das Sinnbild von ihm. Ein Spiel mit Komik und Groteske. Eigenwillige, abstrakte Erfindungen von Figuren.

Das Material Gips lässt Raum für Spontaneität. Deshalb verwendet es Lüpertz nicht nur für Bozzetti oder bei monumentalen Formaten als Vorstufe zur Bronze, sondern die Gipsplastik, ob als Kopf, Büste oder Monumentalfigur, hat als eigenständiges Werk seinen Platz in Lüpertz´ Schaffen.

Er wachse den Gips, dann werde er „so schön beinern, bleich, morbid“, erzählt der 77-Jährige, wie gewohnt schick gekleidet und mit Stock ausgerüstet, auf einem Rundgang durch seine Ausstellung.

Der Mann mit Malerpalette

Und an den Tod erinnere auch der Ausstellungstitel, ein Zitat aus seinem für die Schau verfassten Gedicht. Denn auch als Lyriker ist das Genie Lüpertz aktiv.

Mit sieben überlebensgroßen Figuren, darunter die „Philosophin“ (als Bronze schuf er sie für das Kanzleramt), wird der im Oktober vergangenen Jahres eröffnete halbrunde Ausstellungsraum bespielt. Drei der Plastiken sind bunt-pastellig bemalt. Warum? „Inspiration“, sagt Lüpertz.

Farbig ist auch der Mann mit einer Malerpalette. Ein Selbstbildnis? „Nein, der Maler Fragonard. Ich bin doch viel hübscher“, erläutert er leicht verschmitzt-ironisch lächelnd.

Lüpertz‘ Lieblingswerk ist mit Blüten verziert

Ein Wiedersehen mit dem französischen Maler gibt es auch in der anderen Ausstellungshalle, in der kleinere Arbeiten – Köpfe, Entwurfsmodelle – ebenfalls auf Sockeln aus rohem Palettenmaterial, das nur zum Teil mit Gips bearbeitet ist, präsentiert werden. Diesmal ist Fragonard kleiner, unbemalt und liegt auf dem Rücken, ein Beinstumpf und die Malerpalette neben ihm.

Lüpertz‘ Lieblingsobjekt ist allerdings sein jüngstes Werk: die „Flora“ – als Frauenkopf und Ganzkörperfigur mit Blüten verziert in der Schau zu sehen.

Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal: „Der Tod, der bleiche Freier“, bis 5.8., Hirschstr. 12, Di-So 10-19 Uhr.

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