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Mein Freund aus dem Wald

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 06.01.2008

Das ist der Stoff aus dem Kinderträume sind: Heile Welt inmitten der Berge, eingefangen in grandiosen Bildern. Wo Fuchs und Dachs, Bär und Wolf sich Gute Nacht sagen. Wo ein Mädchen durch die Wildnis tollt und Meister Reineke zum Spielkameraden hat. Luc Jaquets "Der Fuchs und das Mädchen" beschwört eine schwärmerische Romantik wie aus dem Bilderbuch. Intakte Natur, possierliche Tiere, unbeschwerte Kindheit. Das Mädchen könnte Heidi heißen, der Fuchs Lassie.

Schönheit der Natur

Wenn die beiden "Freizeit" haben, gehen sie auf Entdeckungsreise. Eigentlich hat eine Fuchsmutter nie Freizeit und zutraulich wird ihresgleichen auch nicht. Das mag die Sielmanns und Sterns auf die Palme treiben. Jaquet ist aber clever genug, seine Geschichte als Märchen zu erzählen. So läuft der Vorwurf süßlicher Verkitschung (zu Recht bei Jaquets "Die Reise der Pinguine" vorgebracht) ins Leere. Unbestreitbar legt der Film Stadtkindern die Schönheit der Natur ans Herz.

Ein Wohlfühl-Film

Immer wieder fragt man sich, wie Jaquet zu seinen Aufnahmen gekommen ist. Wenn der Fuchs von einem Luchs gejagt wird, hastet er direkt am Objektiv vorbei. Vermutlich braucht es unendliche Geduld, bis so etwas im Kasten ist. Anderes scheint andressiert: Wie ein Bewacher legt sich die Füchsin neben das schlafende Mädel (goldig: Bertille Noel-Bruno).

Frühlingserwachen

Schule, Alltag, menschliche Freunde und die Erwachsenen bleiben ausgeblendet. Was zählt für das Kind, sind die Stunden im Wald, das Warten am Fuchsbau, das Paradies der Tiere. Auf der Tonspur hören wir ein Vogelkonzert, auch Glockenspiel und munteres Gefiedel zum Frühlingserwachen.

Dass die Geschichte emotional funktioniert, wird deutlich, als die Füchsin sich verletzt. "Nein, sie soll nicht sterben!", heult ein Dreikäsehoch im Kino los. Tut sie auch nicht, ist doch ein Wohlfühl-Film - zauberhaft.