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Musik gibt bei Berlinale den Ton an

BERLIN Die erste Frage auf dieser Berlinale-Pressekonferenz dreht sich natürlich um Mick, Keith und Co. Mit Hilfe welcher Götter des Rock-Olymp ist es dem Festival-Leiter Dieter Kosslick gelungen, die Rolling Stones in die Hauptstadt zu locken?

von Von Patrick Wildermann

, 29.01.2008

Klar, die Berlinale ist eines der drei großen Filmfestivals dieser Welt, aber eine kleine Sensation ist es doch, dass die berühmteste Band des Planeten einschwebt, um Martin Scorseses Dokumentation "Shine a Light", die zwei Konzerte der Stones im New Yorker Beacon Theater zeigt, bei der Eröffnungsgala zu präsentieren. Kosslick gibt zu, das Arrangement sei eine schwere Geburt gewesen und habe entsprechend neun Monate harter Arbeit gekostet. "Aber letztlich kommunizieren die wie wir mit dem Handy", scherzt der Berlinale-Chef, "und sie fliegen per Easy-Jet ein."

Neil Young und Madonna kommen auch

Man könne, sagt Kosslick, bei diesen 58. Internationalen Filmfestspielen vom 7. bis 17. Februar durchaus von einer Musik-Berlinale sprechen. Patti Smith, die Grande Dame des Punk, präsentiert eine Dokumentation über ihr Leben, Neil Young wird nach Berlin kommen, und natürlich Madonna, die in einer Nebenreihe des Festivals ihr Regiedebüt vorstellt. Ein Spielfilm zwar, aber man weiß natürlich, dass die Pop-Diva im Focus des Interesses stehen wird. In haltlosen Zeiten, meint Kosslick, verlangten die Leute nach Emotionen. Und die fänden sie in der Musik.

Die Berlinale gibt darüber jedoch ihren Anspruch nicht auf, das politischste unter den Filmfestivals zu sein. Zumal in einem Jahr der Polit-Jubiläen. Sowohl der 40. Jahrestag der Berliner Vietnam-Konferenz, ein Initialdatum der Studentenbewegung, als auch der 60. Geburtstag des Staates Israel werden ihren Niederschlag in diversen Sektionen des Festivals finden. Und im Wettbewerb läuft Paul Thomas Andersons Epos "There Will Be Blood" über die Jagd nach dem schwarzen Gold, ein Oscar-Favorit mit Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle: "Für alle, die wissen wollen, warum das Erdöl so teuer ist", so Kosslick. Außerdem, ein Wettbewerbs-Novum, wird eine Dokumentation gezeigt: "Standard Operating Procedure" spürt den Bildern aus Abu Ghraib nach. "Unter Dokumentation muss man eben nicht verstehen, dass einer im Dschungel 75 fette Raupen frisst", witzelt der Festival-Leiter.

"Wir werden einen roten Teppich haben, keinen toten"

Und die Stars? Werden kommen, verspricht Kosslick. Julia Roberts' Zusage steht noch aus, aber Kolleginnen wie Penelope Cruz und Scarlett Johansson haben sich angekündigt: "Wir werden einen roten Teppich haben. Keinen toten."