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Philharmonie Essen

Musiker zeigten die russische Liebe zu Frankreich

Essen Das Russische Nationalorchester unter Mikhail Pletnev begeisterte in der Essener Philharmonie mit Ravel und dem Pianisten Lucas Debargue. Der Franzose gab am Sonntag sein Debüt in Essen.

Musiker zeigten die russische Liebe zu Frankreich

Mikhail Pletnev dirigierte in Essen. Foto: epa

Am französischen Pianisten Lucas Debargue schieden sich vor drei Jahren beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb die Geister: Während in der Jury Landsmann Michel Béroff seine Professionalität anzweifelte, waren die Russen Boris Berezowsky und Valery Gergiev total angetan von ihm.

Am Sonntag nun debütierte Debargue in der Essener Philharmonie – und wieder hatte er russische Unterstützung: diesmal das Russische Nationalorchester unter Mikhail Pletnev, der ja selbst auch Pianist ist.

Pianist und Orchester harmonierten prächtig

Gemeinsam spielten sie das zwischen Strawinsky und Gershwin changierende Klavierkonzert G-Dur von Ravel. Und der große, schlaksige, etwas schüchtern wirkende Franzose harmonierte dabei prächtig mit dem Orchester, das so jung ist wie er selbst, nämlich erst 27. Debargue faszinierte mit feinem, klarem Anschlag, verstand es aber auch, Jazz-Drive zu entfalten und das Finale perkussiv und zupackend anzugehen.

Höhepunkt war der langsame Satz, den der Solist sehr gefühlvoll ausformte, kongenial unterstützt durch Yekaterina Bespalova am Englischhorn und von zarten Streicherklängen. Saties mit Fingerspitzengefühl hingetupfte erste „Gnossienne“ gab es als Zugabe.

Liebe zu Ravel in suggestiven Klängen

Ihre Liebe zu Ravel kultivierten Pletnev und sein Orchester danach auch in der zweiten Suite aus „Daphnis und Chloé“, die sie unter Führung des ausdrucksstarken Flötisten Maxim Rubtsov als ein großes suggestives Klanggemälde gestalteten.

Der Bacchus-Rausch am Schluss war dann quasi der Ausgangspunkt für Skrjabins feurigen „Prometheus“.

Pletnev, sonst eher sparsam in der Zeichengebung, agierte hier als Souverän über die Klangmassen, zu denen sich neben Debargue am Klavier auch der 70-köpfige Philharmonische Chor Essen gesellte. Ein Triumph am Ende eines großartigen Konzerts.

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