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Matterhorn steht Kopf

Neue Ausstellung im Gasometer Oberhausen ist einsame Spitze

Oberhausen Das Matterhorn steht Kopf im Gasometer Oberhausen. Die riesige schwebende Skulptur ist das Schaustück der neuen Ausstellung „Der Berg ruft“. Und die ist noch besser als die vorherige „Wunder der Natur“.

Neue Ausstellung im Gasometer Oberhausen ist einsame Spitze

Das Matterhorn hängt kopfüber im Gasometer. Die rot-gelben Farben beschreiben, wie steil der Berg an der jeweiligen Stelle ist. Foto: Oskar Neubauer.

Warum das Matterhorn Kopf steht, lässt sich am besten mit Edy Schmid erklären, dem Präsidenten des Matterhorn-Museums „Zermatlantis“ in Zermatt.

Total baff stand der Schweizer am Donnerstag unter dem Gipfel der Matterhorn-Skuptur im Gasometer Oberhausen, starrte hinauf und sagte in seinem knuffigen Dialekt: „Ein Meisterwerk. So habe ich das Matterhorn noch nie gesehen.“ Und das, obwohl der Schweizer aus Zermatt diesen Berg der Berge eigentlich jeden Tag sieht, wenn er daheim die Vorhänge aufzieht.

Ganz großes Kino im Gasometer

Die Macher der Ausstellung „Der Berg ruft“, die ab Freitag (16.3.18) zu sehen ist, können also zufrieden sein. Was haben sie im Laufe der Jahr nicht schon aufgeboten: 1999 und 2013 Werke von Christo, im Jahr 2011 den Regenwaldbaum (der nicht so ein Knüller war), den größten Mond auf Erden 2010 und zuletzt die „Wunder der Natur“ mit der Weltkugel, die unglaubliche 1,35 Millionen Besucher anlockte. Aber das schwebende Matterhorn ist wirklich – man kann es nur so platt sagen – einsame Spitze!

7,5 Tonnen wiegt die Stahlkonstruktion. Sie trägt 2033 Quadratmeter Leinwand, hat oben 43 mal 30 Meter Grundfläche und piekst dann 17 Meter in die Tiefe. Die Firma Geo – Die Luftwerker hat den majestätischen Gipfel verblüffend echt abgeformt. 17 Projektoren bringen – errechnet von der Firma Intermediate Engineering – 60 mal pro Sekunde 39 Millionen Pixel auf die bergige Leinwand.

Mehr Daten als in einem Kinosaal sind zu sehen

Das sind 19 mal mehr Daten als in einem Kinosaal. Und ganz großes Kino ist diese Schau, die 1,4 Millionen Euro gekostet hat, auch wirklich. Während der Spiegel unter dem Gipfel nur mittelprächtig funktioniert, ist es ein Hochgenuss, sich rundherum auf die Sitzsäcke zu lümmeln und die Majestät des Berges zu bewundern.

Fotostrecke
Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Der Berg Gasometer neubauer 2787
Der Berg Gasometer neubauer 2809
Der Berg Gasometer neubauer 2639
Der Berg Gasometer neubauer 2510
Der Berg Gasometer neubauer 2589
Naga Parbat knwon as the killer mountain, Foto Yas
Bergwanderung in den italienischen Alpen_Foto Ralf
Meditation, Dolomiten_ Foto Ralf Gantzorn_65_
Affe_Der_Berg_ruft
On the top of the world
Kampf ums Dasein
Machapuchare
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Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
17 Projektoren erzeugen das Bild des Matterhorns auf der riesigen Stahlkonstruktionen. In dieser Variante ist das Matterhorn tief verschneit. Foto: Thomas Wolf

Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Der Besucher kann auf den Stufen der Arena Platz nehmen und die Animation genießen, die neun Minuten dauert. Foto: Thomas Wolf

Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Die Skulptur schwebt seitenverkehrt im riesigen Raum und spiegelt sich im Fußboden der obersten Gasometer-Ebene. Foto: Thomas Wolf

Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Diese Animation zeigt die verschiedenen Weg, die auf den Gipfel führen. Am einfachsten ist der Weg über die Hörnlihütte. Foto: Thomas Wolf

Der Berg Gasometer neubauer 2787
Ganz kurz ist auch das Gitter zu sehen, das zur Berechnung der Animationen diente. Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2809
Im Spiegel sieht der Besucher den Gipfel richtig, das Abbild oben ist seitenverkehrt. Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2639
Der Andrang der Pressevertreter war bei der Vorstellung der Ausstellung am 15. März 2018 groß. Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2510
Nils Sparwasser, Abteilungsleiter am Earth Observation Center des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, war sichtlich stolz auf der Matterhorn-Modell.

Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2589
In der Ausstellung „Der Berg ruft“ sind viele eindrucksvolle Bergsteiger-Bilder zu sehen. Foto: Oskar Neubauer

Naga Parbat knwon as the killer mountain, Foto Yas
Der Nanga Parbat im Westhimalaya ist mit 8125 Metern Hohe der neunthöchste Berg und die gewaltigste freistehende Massenerhebung der Erde. Diese gibt dem Berg seine majestätische Gestalt, die in seinem zweiten Namen Diamir zum Ausdruck kommt: „König der Berge“. Für die Bergsteiger ist er einer der gefährlichsten Berge der Erde. Foto: Yasir Nisar/Getty images/Gasometer

Bergwanderung in den italienischen Alpen_Foto Ralf
Ein Bergwanderer ist mit seinem Kind in den italienischen Ostalpen unterwegs. Die Dolomitengruppe westlich der Etsch ist als Brentagruppe bekannt. Felsnadeln und schroffe Steilwände ragen bis auf 3000 Meter zwischen den Wolken heraus. Es ist eine wilde, raue Landschaft, mit einer der berühmtesten alpinen Höhenrouten. Foto: Ralf Gantzhorn/Gasometer

Foto: Ralf Gantzhorn

Meditation, Dolomiten_ Foto Ralf Gantzorn_65_
Wie in tiefer Meditation versunken, erleben zwei Bergwanderinnen den Sonnenaufgang in den Dolomiten. Sie haben eine kalte Biwaknacht auf 2400 Metern Hohe verbracht und genießen nun mit einem Becher heißen Tee in den Händen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Gesicht.Foto: Ralf Gantzhorn/Gasometer

Affe_Der_Berg_ruft
Völlig entspannt, mit geschlossenen Augen, geniest ein junger Schneemakake ein heißes Bad in einer Thermalquelle. Er gehört zu einer Gruppe von Affen, die in den Wäldern des Jigokudani-Tals im Norden der japanischen Insel Honshu, nordwestlich von Tokio, leben. In dieser Vulkanregion kocht die Erde im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht umsonst bezeichnen die Japaner sie als „Höllental“. Foto: Jasper Doest/Gasometer

On the top of the world
Im Dämmerlicht des Sonnenuntergangs zeichnet sich die Silhouette eines Alpensteinbocks über einem Meer aus Wolken hoch oben in den französischen Alpen ab. Majestätisch steht er da, als seien die Berge nur Kulisse für ihn: Der König der Alpen blickt auf sein Reich. Alpensteinbocke sind die geborenen Kletterer. Foto: Jeremie Villet/Gasometer

Kampf ums Dasein
Vor der imposanten Kulisse der Teton-Bergkette im US-Bundesstaat Wyoming verteidigt ein Grizzlybär seine Beute gegen zudringliche Raben. Diese Aufnahme wurde mithilfe einer durch Bewegung aktivierten Kamera gemacht, die dort sechs Monate lang versteckt war. Der Fotograf wusste, dass die Park Ranger an dieser Stelle immer wieder Tierkadaver ablegen und hatte auf interessante Szenen gehofft. Als er später die 200.000 Bilder der Kamera auswertete, stieß er auf diese spektakuläre Aufnahme. Foto: Charlie Hamilton James/Gasometer

Machapuchare
Im Annapurna-Massiv in Nepal erhebt sich der 6997 Meter hohe Machapuchare – einer der höchsten unbestiegenen Berge der Welt. Den Bewohnern der Region ist der Machapuchare, ein heiliger Berg. Er gilt Hindus und Buddhisten als Sitz der Götter und des Amithaba, des Buddhas des grenzenlosen Lichts. Aus vielen Religionen kennen wir die spirituelle Bedeutung von Bergen als heilige Orte. Ihre Erhabenheit übt eine Faszination aus, der sich der Mensch nicht entziehen kann. Foto: Ekkachai Pholrojpanya/getty images/Gasometer

Ganz so bequem ist die Bergsteigerei nicht. Eher eine Sache von Blut, Schweiß und Tränen. Der originale Eispickel von Edward Whymper (1840-1911), den Edy Schmid aus dem Matterhorn-Museum mitgebracht hat, erinnert an die Mutter aller Tragödien. Mit insgesamt sieben Männern bestieg Whymper am 14. Juni 1865 den Berg, doch beim Abstieg trat einer fehl. Vier Männer stürzten in den Tod. Whymper musste sich gegen den Vorwurf wehren, das Seil zerschnitten zu haben.

500 Menschen starben bei dem Versuch, das Matterhorn zu erklimmen

Aber es war am Ende ausgefranst – ruckartig gerissen, zu dünn gewesen für die hohe Belastung. Bis heute hat das Matterhorn über 500 Menschen das Leben gekostet. „Es steigen viele Amateure auf, die dem Berg nicht gewachsen sind“, sagte Oskar Neubauer, Fotograf unserer Zeitung, der das Matterhorn selbst 1989 bezwungen hat.

Und falls einer von uns Salontirolern im Ruhrgebiet sich fragt, warum man überhaupt diese Gefahr auf sich nimmt, hat Everest-Bezwinger Sir Edmund Hillary schon eine Antwort gegeben: „Warum auf die Berge steigen? Weil sie da sind.“

Zusätzlich zum Modell gibt es viele Fotografien zu bestaunen

Herrliche Gipfel, sonnige Höhen: Jenseits der Kletterei hat Kurator Peter Pachnicke wieder 150 Bilder internationaler Fotografen versammelt, die in Kapitel wie „Der weite Blick“ die ganze Faszination der schroffen Natur erlebbar macht. Unter dem Stichwort „Heilige Berge“ sieht man buddhistische Pilger, die an einem Tag den Kailash in Tibet umrunden. Das sind mehr als 50 Kilometer.

Auf der ersten Etage richtet sich ein ausgestopftes Alpenmurmeltier gerade auf, während von links ein ebenfalls präparierter Steinadler anfliegt. Wie das in der Natur wohl ausgehen würde? Nebenan sieht man auf einem Foto eine Weißschwanz-Erdhummel, die durch „Wärmezittern“ in der Lage ist, noch bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt Nektar zu sammeln. Sich warm zittern? Das sollte sich der Besucher zum Vorbild nehmen. Denn auch im Gasometer herrscht jetzt noch hochalpine Kälte.

Gasometer Oberhausen: „Der Berg ruft“, 16.3.2018-30.12.2018, Arenastraße 11, Di-So sowie feiertags 10-18 Uhr, geschlossen montags außer in den NRW-Ferien, Eintritt 10 (ermäßigt 7) Euro, Katalog 19,95 Euro. Mehr Informationen zur Ausstellung im Gasometer Oberhausen gibt es hier.

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Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
17 Projektoren erzeugen das Bild des Matterhorns auf der riesigen Stahlkonstruktionen. In dieser Variante ist das Matterhorn tief verschneit. Foto: Thomas Wolf

Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Der Besucher kann auf den Stufen der Arena Platz nehmen und die Animation genießen, die neun Minuten dauert. Foto: Thomas Wolf

Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Die Skulptur schwebt seitenverkehrt im riesigen Raum und spiegelt sich im Fußboden der obersten Gasometer-Ebene. Foto: Thomas Wolf

Matterhorn-Skulptur im Gasometer Oberhausen_Foto T
Diese Animation zeigt die verschiedenen Weg, die auf den Gipfel führen. Am einfachsten ist der Weg über die Hörnlihütte. Foto: Thomas Wolf

Der Berg Gasometer neubauer 2787
Ganz kurz ist auch das Gitter zu sehen, das zur Berechnung der Animationen diente. Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2809
Im Spiegel sieht der Besucher den Gipfel richtig, das Abbild oben ist seitenverkehrt. Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2639
Der Andrang der Pressevertreter war bei der Vorstellung der Ausstellung am 15. März 2018 groß. Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2510
Nils Sparwasser, Abteilungsleiter am Earth Observation Center des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, war sichtlich stolz auf der Matterhorn-Modell.

Foto: Oskar Neubauer

Der Berg Gasometer neubauer 2589
In der Ausstellung „Der Berg ruft“ sind viele eindrucksvolle Bergsteiger-Bilder zu sehen. Foto: Oskar Neubauer

Naga Parbat knwon as the killer mountain, Foto Yas
Der Nanga Parbat im Westhimalaya ist mit 8125 Metern Hohe der neunthöchste Berg und die gewaltigste freistehende Massenerhebung der Erde. Diese gibt dem Berg seine majestätische Gestalt, die in seinem zweiten Namen Diamir zum Ausdruck kommt: „König der Berge“. Für die Bergsteiger ist er einer der gefährlichsten Berge der Erde. Foto: Yasir Nisar/Getty images/Gasometer

Bergwanderung in den italienischen Alpen_Foto Ralf
Ein Bergwanderer ist mit seinem Kind in den italienischen Ostalpen unterwegs. Die Dolomitengruppe westlich der Etsch ist als Brentagruppe bekannt. Felsnadeln und schroffe Steilwände ragen bis auf 3000 Meter zwischen den Wolken heraus. Es ist eine wilde, raue Landschaft, mit einer der berühmtesten alpinen Höhenrouten. Foto: Ralf Gantzhorn/Gasometer

Foto: Ralf Gantzhorn

Meditation, Dolomiten_ Foto Ralf Gantzorn_65_
Wie in tiefer Meditation versunken, erleben zwei Bergwanderinnen den Sonnenaufgang in den Dolomiten. Sie haben eine kalte Biwaknacht auf 2400 Metern Hohe verbracht und genießen nun mit einem Becher heißen Tee in den Händen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Gesicht.Foto: Ralf Gantzhorn/Gasometer

Affe_Der_Berg_ruft
Völlig entspannt, mit geschlossenen Augen, geniest ein junger Schneemakake ein heißes Bad in einer Thermalquelle. Er gehört zu einer Gruppe von Affen, die in den Wäldern des Jigokudani-Tals im Norden der japanischen Insel Honshu, nordwestlich von Tokio, leben. In dieser Vulkanregion kocht die Erde im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht umsonst bezeichnen die Japaner sie als „Höllental“. Foto: Jasper Doest/Gasometer

On the top of the world
Im Dämmerlicht des Sonnenuntergangs zeichnet sich die Silhouette eines Alpensteinbocks über einem Meer aus Wolken hoch oben in den französischen Alpen ab. Majestätisch steht er da, als seien die Berge nur Kulisse für ihn: Der König der Alpen blickt auf sein Reich. Alpensteinbocke sind die geborenen Kletterer. Foto: Jeremie Villet/Gasometer

Kampf ums Dasein
Vor der imposanten Kulisse der Teton-Bergkette im US-Bundesstaat Wyoming verteidigt ein Grizzlybär seine Beute gegen zudringliche Raben. Diese Aufnahme wurde mithilfe einer durch Bewegung aktivierten Kamera gemacht, die dort sechs Monate lang versteckt war. Der Fotograf wusste, dass die Park Ranger an dieser Stelle immer wieder Tierkadaver ablegen und hatte auf interessante Szenen gehofft. Als er später die 200.000 Bilder der Kamera auswertete, stieß er auf diese spektakuläre Aufnahme. Foto: Charlie Hamilton James/Gasometer

Machapuchare
Im Annapurna-Massiv in Nepal erhebt sich der 6997 Meter hohe Machapuchare – einer der höchsten unbestiegenen Berge der Welt. Den Bewohnern der Region ist der Machapuchare, ein heiliger Berg. Er gilt Hindus und Buddhisten als Sitz der Götter und des Amithaba, des Buddhas des grenzenlosen Lichts. Aus vielen Religionen kennen wir die spirituelle Bedeutung von Bergen als heilige Orte. Ihre Erhabenheit übt eine Faszination aus, der sich der Mensch nicht entziehen kann. Foto: Ekkachai Pholrojpanya/getty images/Gasometer

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