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Neues Landesarchiv soll 120 Millionen Euro kosten

Am Duisburger Hafen

DUISBURG Es wird das größte Archiv Deutschlands, sagt der Architekt. Auf jeden Fall wird es das Schönste, schwärmt der Ministerpräsident. Und es wird in der besten Lage errichtet, ergänzt der Oberbürgermeister Duisburgs. Die Komplimente gelten dem neuen Landesarchiv NRW, das Ende 2012 am Duisburger Innenhafen fertiggestellt sein soll.

von Von Laya Moghaddam

, 12.04.2010
Neues Landesarchiv soll 120 Millionen Euro kosten

Landesarchiv-Präsident Wilfried Reininghaus steht vor dem alten Kornspeicher inmitten der Baustelle für das neue Landesarchiv in Duisburg.

Und tatsächlich schien sich gestern beim ersten Spatenstich alles perfekt ineinander zufügen: strahlender Sonnenschein, direkter Blick aufs Wasser und lobende Worte von den Verantwortlichen. „Dieses Archiv ist das historische Gedächtnis unseres Landes“, sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Nicht zuletzt der Einsturz des Kölner Stadtarchivs habe die Bedeutung von Archiven deutlich gemacht. „Wir müssen daher alles tun, um unser kulturelles Erbe zu beschützen“, erklärte Rüttgers. Konsequenzen aus den tragischen Ereignissen in Köln seien bessere Standards für die Standortsicherheit und eine Überprüfung der Strukturen in der Bauaufsicht.

Das Landesarchiv ist ein Beispiel dafür, wie Industriedenkmäler und moderne Architektur miteinander verschmelzen können. Denn der Bau erweitert einen historischen Kornspeicher aus den 30er Jahren mit einem Neubau, der sich wellenförmig am Hafen entlangschlängelt. Inmitten des Speichers soll zudem ein 68 Meter hoher Turm entstehen, in dem ein Großteil der Dokumente untergebracht werden soll.

„Die Wellenform soll zunächst mal an den Innenhafen und das Wasser erinnern“, erklärt Architekt Laurids Ortner. Zudem verschaffe diese Konstruktion mehr Platz im Innenraum. „Wenn man das fertige Gebäude einmal gesehen hat, wird es unmöglich sein, es aus dem Gedächtnis zu tilgen“, sagt Ortner über den Bau, der 120 Millionen Euro kostet. In der 23 000 Quadratmeter großen Nutzfläche werden etwa 148 Regalkilometer untergebracht werden können. „Das älteste Dokument, das wir beherbergen, ist eine Urkunde, die Karl der Große 812 unterzeichnet hat“, sagt Wilfried Reininghaus, Präsident des Landesarchivs NRW.