Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nils Heinrich gewinnt Kabarett-Wettbewerb

"Das schwarze Schaf"

DUISBURG In seiner Zugabe rappt er herrlich beknackt über Laktose-Intoleranz. Er philosophiert über beleuchtete Salzmühlen und beleuchtete Klobrillen, über idiotische Produkt-Infos auf der Marmelade. Seine Pointen kommen lakonisch knapp und treffen den Nagel auf den Kopf. „Früher – als das Casting noch Musterung hieß!“

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 25.04.2010
Nils Heinrich gewinnt Kabarett-Wettbewerb

Nils Heinrich

Nils Heinrich ist der würdige Sieger beim Kabarett-Wettbewerb „Das schwarze Schaf“, der am Samstag im Duisburger Theater am Marientor über die Bühne ging. Sechs Komiker hatten je 15 Minuten, um unser Zwerchfell zu attackieren. Alle stammen aus dem Osten oder leben dort. „Willkommen bei Duisburg-sucht-den-Super-Ossi“, juxte Heinrich.  

Sauber trennte die Jury unter Harald Schmidt die Spreu vom Weizen: 6000 Euro für Nils Heinrich. Auf Rang zwei (4000 Euro) landete Joachim Zawischa, der Horoskop und Politgeschwafel gleichsetzt, Merkels Körpersprache analysiert und den Schunkelsong „Karneval im Bundestag“ anstimmt: „Alle picheln, prosten, schreien, Thierse jagt die von der Leyen.“

Dritter Platz und 2000 Euro für Michael Sens: Er startet mit einer Lindenberg-Parodie am Flügel, nicht grade neu, aber ein Lacher. Dann klagt er Hanns Eisler des Plagiats bei der DDR-Hymne an, verweist auf Peter Kreuder und die „Ode an die Freude“. Im Stil von Hans Liberg reitet er durch ein Musik-Potpourri, zum Text einer Sportreportage: Strauß, Beethoven, Smetana auf dem Bolzplatz.

Abgeschlagen Uli Masuth (am Klavier bloß ein Hagen Rether-Abklatsch), das Ensemble Weltkritik (als Zwangskomiker vom Arbeitsamt) und die HengstmannBrüder (Klischee-Schmäh). „Das Schwarze Schaf“, 1999 von Hanns Dieter Hüsch initiiert, könnte für Nils Heinrich zum Sprungbrett werden. „Der Beste kommt vielleicht in meine Sendung“, überlegte Harald Schmidt.