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Popband erst aus- und jetzt wieder eingeladen

Ruhrtriennale

Die Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp hat die schottische Pop-Band „Young Fathers“ am Donnerstag wieder zu deren ursprünglich geplanten Konzert für den 18. August eingeladen. Vor einer Woche hatte sie die Musikgruppe ausgeladen, da diese sich nicht von der Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS) distanziert hatte. Für ihre Entscheidung erntet die Intendantin Kritik.

Bochum

von Tobias Wurzel

, 21.06.2018
Popband erst aus- und jetzt wieder eingeladen

Die Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp hat die Band „Young Fathers“ wieder eingeladen. © Eduarth Szekely

Die BDS-Bewegung vertritt laut Stefanie Carp die Ansicht: „Künstlerinnen und Künstler, die nicht die derzeitige Regierung des Staates Israel boykottieren, stehen automatisch im Verdacht, rassistisch beziehungsweise Gegner der Palästinenser zu sein.“ Von der „verflachenden“ BDS-Kampagne distanziert sich die Ruhrtriennale-Intendantin ausdrücklich und möchte keine „Geisel“ von BDS sein.

„Ein falsches Signal“

Dennoch habe sie „Young Fathers“ nach „Gesprächen und Reflektionen“ erneut eingeladen, da sie „unterschiedliche Perspektiven und Narrative“ zulassen müsse, obwohl sie deren Ansicht nicht teile. Dazu weist Stefanie Carp auf die Freiheit der Kunst hin und spricht sich gegen eine „indirekte Zensur“ aus. Und sie betont: Keiner der diesjährigen Teilnehmer der Ruhrtriennale sei rassistisch oder antisemitisch.

NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen bedauert die Entscheidung. Das sei „ein falsches Signal“ und „vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte nicht akzeptabel“. Zur Reaktion der Ministerin wollte sich von der Ruhrtriennale am Donnerstag niemand äußern. Es stehe noch nicht fest, ob „Young Fathers“ die Einladung annehmen.