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Prinzessin landet im wahren Leben

Ärger im Märchenreich. Prinz Edward hat sich in Kevin Limas romantischer Disney-Komödie endlich auf die Suche nach einer Braut gemacht und sie in Gestalt der holden Giselle auch sofort gefunden.

von Von Sascha Westphal

, 21.12.2007
Prinzessin landet im wahren Leben

Bezaubernd: Amy Adams als Märchenprinzessin.

Dass diese beiden, der etwas einfältige Prinz und die süße Eremitin, die bisher allein mit einer Schar niedlicher Tiere in einem Baumhaus gelebt hat, füreinander bestimmt sind, daran zweifelt niemand. Aber genau das ist ihr Problem. Die Königin, Edwards Mutter, will ihre Macht auf keinen Fall abgeben. Also stößt sie Giselle in einen Zauberbrunnen, der die Braut aus dem Märchenland direkt ins heutige New York katapultiert.

Großer Kulturschock

Von dem Moment an, in dem Giselle in der Gestalt der Schauspielerin Amy Adams auf dem Times Square aus einem Gulli klettert, dreht sich in Kevin Limas leicht satirisch angehauchtem Spaß alles um den Zusammenprall zweier Welten. Der Kulturschock könnte für Giselle nicht größer sein. Das heutige New York hat etwas von einem Alptraum für sie. Nur gibt es aus diesem Nachtmahr so leicht kein Erwachen. Was für ein Glück, dass ihr der geschiedene Anwalt Robert (Patrick Dempsey) begegnet.

Der Zusammenstoß der Welten ist in "Verwünscht" auch ein Zusammenstoß zweier filmischer Stile. Gestern und Heute kollidieren in den zuckersüßen 2-D-Animationen des Märchenreiches und den als Realfilm gedrehten Abenteuern Giselles in der großen Stadt. Natürlich erinnert der animierte Beginn an die großen Zeichentrick-Märchen aus dem Hause Disney, also an "Schneewittchen und die sieben Zwerge" und an "Cinderella". Doch bei Lima wirkt die Zeichentrick-Welt noch eine Spur idyllischer. Und so muss der Film konsequenterweise im New York von Serien wie "Sex in the City" landen.

Weder kitschig noch lächerlich

Aber zum Glück nimmt Lima auch diese moderne Kunst-Welt nicht allzu ernst. In einigen so ironischen wie schönen Musicalnummern verzaubert er die geschäftige Metropole flink in ein Disney-Reich. Und dass man das nicht einen Moment lang kitschig oder gar lächerlich findet, verdankt Lima vor allem Amy Adams. Wie sich ihre Giselle von der arglosen Märchenprinzessin nach und nach in eine moderne Frau verwandelt, ist ein schauspielerisches Bravourstück, das das Publikum genauso wie Robert dahin schmelzen lässt.