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Filmfestival Duisburg

Revolution in Kairo und Splitter vom Leben in Europa

DUISBURG Den Menschen Werner Schroeter und sein Schaffen als Filmemacher stellte das Duisburger Filmfestival bei seiner Eröffnung in den Mittelpunkt. "Mondo Lux" heißt der berührende Film über den letzten großen Dandy. Die noch folgenden Filme stehen dem indes in nichts nach.

Revolution in Kairo und Splitter vom Leben in Europa

Halligalli beim Oktoberfest im Film »Abendland«.

"Er wollte Filme machen, die ihm gefallen. Das ging nicht mit deutscher Film-Synthax", meint Ingrid Caven. "Der Tod war sein Thema, er war an Gestik interessiert, nicht an Geschichten", weiß Wim Wenders.

Sie reden von Werner Schroeter, Filmemacher, Theater- und Opernregisseur, gestorben 2010. Elfi Mikesch, für Schroeter oft hinter der Kamera, hat ihm ein filmisches Requiem gewidmet, mit dem am Montag die 35. Duisburger Filmwoche startete: "Mondo Lux". Der Mensch, sein Leben und Schaffen, Freunde und Gefährten.

Rührende Zärtlichkeit spricht aus diesem Film: Die der Regisseurin zu Schroeter und solche, die der Porträtierte selbst verbreitet. Er war sanft, charmant, witzig, aber fordernd und bestimmt in seiner Arbeit. Schon vom Tod gezeichnet probt er "Antigone/Elektra", konzentriert bis zuletzt. Schroeter meditiert über Liebe, Tod, Vergänglichkeit, wie er das in seinen Filmen tat, die kurz aufflackern. Er war ein Solitär, der letzte große Dandy und Bohemian. Elfi Mikesch setzt ihm ein würdiges Denkmal.Auf dem Oktoberfest Nikolaus Geyrhalters "Abendland" (heute, 16.30 Uhr) ist ein Puzzle europäischer Realität zu drei Leitthemen: Sicherheit in der Festung Europa. Flüchtlinge, die hinein wollen. Das Leben der Bewohner. Auf dem Oktoberfest und beim Techno-Rave herrscht Halligalli. London und der Zaun der spanischen Exklave in Marokko sind mit Kameras überwacht. Ein Asylbewerber wird auf die Abschiebung vorbereitet. Im Swingerclub räkelt sich eine Blondine vor der Webcam. Im Pflegeheim liegen die Alten, im Krematorium wird der Ofen beschickt. Subjektive Realitätssplitter: Hier ist das Leben, das viele magisch anzieht, in seiner genormten Traurigkeit.In Kairo wird Geschichte gemacht Juliane Henrich ("Tahrir im April", Freitag, 23.30 Uhr) war mit der Kamera auf einem Kairoer Platz, wo Geschichte gemacht wurde. Die großen Demos sind vorbei, noch immer strömen Menschen zum Tahrir, um die Freiheit zu schmecken. Noch immer liegt Rastlosigkeit und nervöse Energie in der Luft. Prediger halten Volksreden, Studenten verbrüdern sich mit kleinen Leuten, Geschäftemacher verkaufen Flaggen für den "Wind Of Change": Revolution hautnah.

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