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Soest war eine Hauptstadt der Expressionisten

Morgner-Museum

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Soest eine Hochburg der Expressionisten. Das spiegelt sich in der großartigen, sehr üppigen Ausstellung „Wilhelm Morgner und die Junge Kunst in Soest“ im Wilhelm-Morgner-Museum in Soest wider.

SOEST

, 19.09.2017
Soest war eine Hauptstadt der Expressionisten

Das Bild „Kartoffelfeuer“ malte Wilhelm Morgner 1911.

Alle waren da zwischen 1900 und 1920, sogar Emil Nolde. Karl Ernst Osthaus hat den Maler aus Norddeutschland 1906 eingeladen, sechs Monate in Soest zu arbeiten. In der Ausstellung ist Nolde mit einem „Mädchenkopf“ vertreten.

Leihgeber aus ganz Deutschland

Mit 300 Arbeiten, darunter 150 Leihgaben, ist dies eine sehr umfangreiche Ausstellung, die von Leihgebern aus ganz Deutschland unterstützt worden ist. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Arbeiten des großen Sohns der Stadt, Wilhelm Morgner. Aber auch den 50. Todestag des ebenfalls in Soest geborenen Expressionisten Eberhard Viegener würdigt das Museum mit vielen Bildern, von denen einige erstmals öffentlich zu sehen sind.

In neun Themenbereiche ist die Schau im Obergeschoss gegliedert: Selbstbildnisse und Menschen-Bilder (auch Holzskulpturen von Wilhelm Wulff) am Eingang geben einen Überblick über die Künstler des „Jungen Soest“, die die Westfalenstadt fast zur Künstlerkolonie des Expressionismus gemacht haben. Und über die Vorbilder der „Jungen Soester“, Otto Modersohn, Christian Rohlfs und Karl Schmidt-Rottluff.  

Kirchen faszinierten alle  

Die Kirchen der Stadt, vor allem den Patrokli-Dom, haben fast alle Künstler gereizt. Christian Rohlfs hat ihn gemalt, natürlich auch Morgner und Viegner. Mit den „Soest-Bildern“ beginnt der Rundgang, ländliche Szenen aus der „Arbeitswelt“ schließen sich an.

Holzschnitte von Karl Schmidt-Rottluff, die großen, farbsatten Ölbilder von Morgner von der Feldarbeit und am Kartoffelfeuer, wunderbare Bleistiftzeichnungen und die verschmitzten Bilder von ruhenden und trinkenden Bauern mit Vieh von Viegener zeigen das ländliche Soest vor 110 Jahren. Schön dokumentiert ist in der Schau auch, wie sich 1922 Morgners Malstil hin zur Farbflächen-Malerei und zu vereinfachten geometrischen Formen verändert hat.  

Farbflächen-Malerei

Sonnenauf- und untergänge in „Natur und Landschaft“ haben die Expressionisten geliebt – auch Otto Modersohn. „Abstrakte Kompositionen“, ornamentale und Farbflächen-Malerei von Morgner und Linolschnitte von Arnold Topp, zeigt das Museum in einem kleinen erhöhten Kabinett.

Das Pendant sind die „Fantasiestücke“ gegenüber. Religiöse Themen, unter anderem ein kolorierter Holzschnitt-Zyklus „Passion“ von Viegener, und Stillleben ergänzen die gewichtige Zusammenstellung. Zu Morgners 100. Todestag, der am 16. August war, macht das Museum den Besuchern ein besonderes Geschenk: Der Eintritt ist in diesem Jahr frei.  

Geschenk an die Besucher  

Das gilt auch für die Ausstellung „Gäste konkret“ im Glasanbau des Museums, wo die Stiftung Konzeptuelle Kunst noch bis zum 19. November Arbeiten von jungen Künstlern zeigt.

Interessant ist, wie die jungen Künstler der Bonner Gruppe „Konkret“ mit geometrischen Formen spielen, die 100 Jahre zuvor Bausteine von Morgners expressionistischer Kunst waren. – Eine sehr sehenswerte Ausstellung in dem so wunderbar idyllisch in der Fachwerk-Altstadt von Soest gelegenen, ambitionierten Museum.

: „Wilhelm Morgner und die Junge Kunst in Soest“, bis 26. 11, Thomästraße 1, Di-Fr 14-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr. Eintritt frei.

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