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Spektakuläre Bühnenbilder

BOCHUM Die RuhrTriennale startet am 1. September. Doch das Theaterfestival hat schon jetzt den Vorhang ein bisschen gelüftet und zwei spektakuläre Bühnenbilder vorgestellt für die Musiktheater-Produktionen "Unter Eis" in Bochum und den "Zaubertrank in Duisburg.

Spektakuläre Bühnenbilder

Ein Schwert in Größe XXL: Wolfgang Dussmann (r.) und Willy Decker stellten das Bühnenbild zum "Zaubertrank" vor.

Die Berufswelt kann kalt sein. So kalt, dass sich die Menschen fühlen wie „Unter Eis“. Deshalb hat Alex Harb für die gleichnamige Oper ein Bühnenbild gebaut, das aussieht wie das Zuhause von Andersens Schneekönigin.14 Meter hoch ist das Zelt mitten in der Jahrhunderthalle. Und es besteht aus meergrüner Glasfaser, so dass sich die Besucher fühlen wie im Inneren eines Eisberges. Davor erstreckt sich ein 28 Meter langes Wasserbecken. Wer kann eine dermaßen spektakuläre Installation eigentlich noch „Bühnenbild“ nennen? Das klingt viel zu mickrig für einen Theater-Raum, wie ihn die RuhrTriennale gestern vorstellte. Am 28. September wird hier die Oper „Unter Eis“ Premiere haben. Falk Richter schrieb das Libretto und Jörn Arnecke die Musik über Menschen, die in der Arbeitswelt ins Abseits gedrängt werden.

„Arbeitnehmer gelten doch schon als Greise, wenn sie über 35 Jahre alt sind“, kritisiert Chefdramaturg Thomas Wördehoff. Hauptfigur Paul Niemand wird das am eigenen Leib erfahren und dabei auch die Bedeutungslosigkeit seines Manager-Lebens erkennen. „Der Raum spielt dramatisch mit“, verspricht Bühnenbildner Alex Harb. Besonderer Clou: Die Bühne fährt auf Schienen durchs Wasser, eröffnet den Blick in die Unendlichkeit. Die 400 Besucher erfahren nicht nur die Transparenz des Zeltes, sondern auch die Transzendenz der Handlung.Nicht minder imposant ist das Bühnen-Rondell, das die RuhrTriennale gestern zeitgleich in der Gebläsehalle Duisburg vorstellte. Auf einer riesigen Plattform wird am 2. September „Le vin herbé“ (Der Zaubertrank) von Frank Martin Premiere haben.

Tristan und Isolde

Martin hatte den mittelalterlichen Tristan und Isolde-Stoff anno 1941 modern formuliert. Doch sein „weltliches Oratorium“ wurde nur selten gespielt. Jetzt soll der Durchbruch gelingen. Mit einer umwerfenden Bühnengestaltung rücken Regisseur Willy Decker und Ausstatter Wolfgang Gussmann das Stück ins rechte Licht. Denn wenn es bisher scheiterte, so Decker, dann nur, weil Martin Oratorisches und Musikdrama ineinander überfließen ließ. „Wenn Martin in seinem Werk ins Dramatische vorstößt, so tut er dies doch nie ganz, sondern bleibt skizzenhaft dabei. Dies spiegelt das Bühnenbild wider,“ erklärt Willy Decker.

Boot und Schwert

Und so ist es tatsächlich: ein Boot, ein Schwert, eine Krone liegen in überdimensionaler Größe auf der Bühne. Die Bühne ist kreisrund und beherbergt in ihrem Zentrum die Musiker. So wie auch das Zentrum des Stücks die Musik ist, aus der alles entspringt. Willy Decker sieht das Werk „endlich zuhause angekommen.“

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