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Tschaikowski würde staunen

STUTTGART Tschaikowskis Schwanensee ist schon in vielen Varianten über die Bühnen dieser Welt gegangen. Was würde der Komponist aber sagen, sähe er eine Inszenierung seiner Komposition, bei der die vier jungen Schwäne als Frösche auf den Händen über die Bühne hüpfen? Einen Schwanensee, bei dem die Prinzessin Spitze auf dem Kopf des Prinzen tanzt und Rollschuhe unter den langen Federkleidern der Schwäne hervor lugen?

von Von Nadja Schöler

, 04.03.2008
Tschaikowski würde staunen

Beim Höhepunkt der Show steht die Schwanenprinzessin auf dem Kopf ihres Prinzen.

Tschaikowskis Heimat Russland hat "Swan Lake", die chinesische Variante des Schwanensees, gefeiert und umjubelt. Bevor die Show Ende März in die Dortmunder Westfalenhallen kommt, gab es in Stuttgart die Europapremiere. Und dort bot sich dem Publikum ein Spektakel, das so noch niemand gesehen hatte. Der Große Chinesische Staatscircus wollte etwas auf die Bühne bringen, was bis dahin niemand versucht hatte - akrobatisches Ballett.

Herausgekommen ist die aufwändigste Schwanensee-Inszenierung überhaupt - 2005 war Premiere in China. "Swan Lake" wurde konzipiert für die großen Hallen. Mit Shows in sechs deutschen Städten will man zunächst testen, wie "Swan Lake", das neben Russland auch in China und Japan gefeiert wurde, beim deutschen Publikum ankommt. Bedenken, dass die Vermischung von Akrobatik und klassischem Ballett hierzulande nicht gefallen könnte, hat Alfons Winhart, Geschäftsführer von China Entertainment, nicht. "Unsere Zielgruppe ist breit, Ballett- und Zirkuspublikum waren bisher gleichermaßen begeistert", sagt er.

Pas de Deux in Perfektion

Zu Beginn der Show überwiegt dieses Spektakuläre, das Erstaunen über die akrobatischen Leistungen, die Sinnesüberflutung beim Blick auf ein ständig neues, aufwändiges und buntes Bühnenbild sowie bunte Kostüme, in denen Clowns tanzend jonglieren und sich Schlangenfrauen verbiegen. Dann mehren sich die klassischen Ballett-Sequenzen. Und dabei büßt die Choreografie nichts an Anmut und Schönheit des Originals ein. Hatte man Zweifel an dem Anspruch auf den Beinamen Ballett, so sind sie jetzt verflogen.

Wunderbar, wie Wu Zhengdan und Wei Baohua sich dem Pas de Deux von Prinz und Prinzessin mit Poesie und Perfektion hingeben. Ist "Swan Lake" in den anderen Städten so erfolgreich wie in Stuttgart, wo es stehende Ovationen gab, soll es in den kommenden fünf Jahren in Deutschland zu sehen sein.

Termine: 27./28./29.3., 20 Uhr, (29.3. ausverkauft). Karten: Tel. (01805) 71 61 51.