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Unvergesslicher Bass sorgt für Gänsehaut

DORTMUND Diese Stimme kennt jeder Opernfan. Matti Salminen hat seit mehr als zwei Jahrzehnten sein Fach auf eine Art geprägt, wie es nur ganz wenigen Sängern gelingt. Wer seinen unverwechselbaren Bass einmal gehört hat, vergisst ihn nie wieder. Im Konzerthaus Dortmund gab es schon zur Pause stehende Ovationen.

von Von Klaus Lipinski

, 11.11.2007
Unvergesslicher Bass sorgt für Gänsehaut

Matti Salminen im Konzerthaus Dortmund.

Da hatte er gerade mit "Ella giammai" aus Verdis "Don Carlos" eine seiner Paraderollen gesungen. Der Philipp stand ganz am Anfang seiner Laufbahn, und immer noch besteht er mühelos im Dialog mit dem Solo-Cello. Das Ende seiner Bögen ist dabei immer schöner als der Anfang. Wenn er leise werden kann, weiß er, dass er sich auf einen Klang verlassen kann, der Gänsehaut erzeugt. Die tiefen Töne in den "heiligen Hallen" Sarastros sind mit den Jahren noch beeindruckender geworden.

Stilistische Bandbreite

Seine große stilistische Bandbreite war über Jahre ein Markenzeichen: Egal, ob Monteverdi, Mozart, Verdi, Wagner oder der "King Lear", den Salinnen speziell für ihn komponierte. Natürlich wartete jeder in Dortmund auf Rollen wie den Daland aus Wagners "Fliegendem Holländer". Erstaunlich wie geschmeidig und leicht er dort und als Fürst Gremin aus Tschaikowskys "Eugen Onegin" die Höhen erreichte.

Keine Grenzen

Ulf Schirmer hatte es mit seinem Münchner Rundfunkorchester neben so einem Solisten sehr leicht. Er präsentierte sich quirlig, energiegeladen und mit großem Sinn für Effekte. Salminen brauchte zu Beginn eine kurze Anlaufzeit. Aber selbst da lächelte er als Basilio im "Babier von Sevilla" genau so verschmitzt in seinen Bart, wie später als Osmin aus Mozarts "Entführung" in der ersten Zugabe. Am Ende musste er förmlich um den Schluss betteln, als er noch einmal einen Tango wiederholte. Tangos? Schon als junger Sänger ist er damit im tango-verrückten Finnland aufgetreten. Künstlerische Grenzen gibt es für ihn bis heute nicht.