Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Urbanatix - jetzt fliegen sie wieder

Jahrhunderthalle Bochum

Jetzt fliegen sie wieder. Mit Fahrrad oder auch ohne. Oder gehen senkrecht die Wände hoch. "Urbanatix" in der Jahrhunderthalle Bochum ist eine Show, bei der wir Zuschauer kaum glauben können, was wir sehen. Und doch träumt der Kopf der Truppe, Christian Eggert, von viel mehr: Er möchte eine Artistenschule neben der Halle errichten.

BOCHUM

von Von Bettina Jäger

, 04.11.2011

"Urbanatix" war der Hit des Kulturhauptstadt-Jahres, jetzt proben die Macher an ihrem dritten Programm. Ab Freitag, 11. November, beginnt die Serie von 13 Aufführungen. Für alle Termine gibt's noch genügend Tickets, aber 12 000 Karten sind schon verkauft. Und das ist auch gut so: Denn "Urbanatix" bekommt keine staatlichen Zuschüsse, die Künstler stellen alles aus eigener Kraft und mit Sponsoren auf die Beine.Drehung um die eigene Achse "Spinning around" haben die 61 Artisten ihre neue Show getauft. "Die Drehung um die eigene Achse ist ein Hauptelement der Artistik", sagt Regisseur und Veranstalter Christian Eggert. "Aber auch die Erde dreht sich und auf der Bühne wird es Menschen geben, die sich in Stahlringen drehen."

"Urbanatix" ist von Grund auf ungewöhnlich. Biker sausen durch die Luft, Parkourläufer hüpfen über Hindernisse, Breakdancer drehen sich auf dem Kopf und Tricker (eine aus dem Kampfsport abgeleitete Kunst) im Sprung.Kunst von der Straße Das ist Street Art, Kunst von der Straße, tausendfach trainiert auf hartem Asphalt. Zu den 48 jungen Leuten kommen 13 Profis wie Eike von Stuckenbrok, Rémi Martin und, neu dabei, Hugo Noel vom Cirque du Soleil. Dazu zeitgemäße Musik und Videos. "Kompromisse machen wir nicht", so Eggert. Aber wie ist die Arbeit mit jungen Leuten, die eigentlich studieren oder arbeiten gehen und plötzlich eine Premiere stemmen müssen? "Die Diszipin kommt aus der Gruppe selbst", grinst Eggert. "Fehlt einer bei der Probe, rufen sie den Kollegen an und schimpfen - mehr, als ich mich trauen würde."Macher träumt von einer Artistenschule Street Art ist die modernste aller Künste, hat die Kraft, den Tanz zu erneuern und dem Zirkus frische Ideen zu bringen. Eggert: "Aber es gibt keine Schule, die Street Art unterrichtet." Seine Vorstellung ist ein "Cube", ein würfelförmiges Gebäude neben der Jahrhunderthalle. Mit Rampen und Hindernissen davor, die von jedermann genutzt werden sollen. "Die Artisten könnten sich gegenseitig inspirieren."

Eggerts Ideal ist eine ganzheitliche Artistenausbildung, wie sie an der "National Circus School" von Montréal üblich ist. Gleich nebenan sitzt der weltberühmte "Cirque du Soleil" - der Beweis, dass Zirkus sehr profitabel sein kann. Das Unternehmen ist eine Milliarde Dollar schwer.Verhandlungen mit dem Land NRW laufen Von Kanada ist Bochum in jeder Hinsicht weit entfernt. Aber Eggert betont: "Eine Zirkusschule wäre im kreativwirtschaftlichen Bereich für das Ruhrgebiet interessant." Immerhin ist eine Machbarkeitsstudie angedacht. Sie wird 30- bis 50 000 Euro kosten. Die Verhandlungen mit dem Land NRW laufen.Termine: 11.11. (19 Uhr)/ 12. (17 und 20 Uhr)/ 13. (17 und 20 Uhr)/ 15. (19 Uhr)/ 16. (19 Uhr)/ 17. (19 Uhr)/ 18. (19 Uhr)/ 19. (17 und 20 Uhr) / 20.(18 und 20.30 Uhr). Tickets an allen bekannten VVK-Stellen, unter Tel. (0211) 27 40 00 oder im Internet.