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Verliebt, verlobt, verrückt

MÜLHEIM Alberto ist ein Ehrenmann. Da eröffnet ihm seine Affäre Bice, dass sie schwanger ist. Alberto macht ihr ohne zu Zögern einen Heiratsantrag. Doch als er bei Bices Familie vorspricht, steht er plötzlich vor dem Ehemann der jungen Frau. Der einzige Ausweg: Alberto spielt den Geisteskranken. Das ist die Grundsituation des Stückes "Verrückt", das am Donnerstagabend Premiere in Mülheim feierte.

von Von Karsten Mark

, 13.12.2007
Verliebt, verlobt, verrückt

Eine Szene aus der Komödie "Verrückt", die in Mülheim Premiere feierte.

 Die Situation ist absurd und eigentlich nicht mehr zu retten. Aber wie sich zeigt, glauben alle Beteiligten gerne die Notlüge, weil sie einfach bequemer ist. Es entsteht ein Geflecht von gewollten und ungewollten Missverständnissen, aus denen das Frühwerk des italienischen Dramatikers Eduardo de Filippo seine Komik bezieht. Der Intendant des Mülheimer Theaters an der Ruhr, Roberto Ciulli, widmet seinem Landsmann de Filippo eine Reihe mit drei Komödien. Am Donnerstagabend hatte die erste Premiere.

Mit jugendlichem Überschwang

Anfang der 1920er Jahre hat de Filippo das Stück als zweites überhaupt geschrieben. Ein gewisser jugendlicher Überschwang ist dem Stück anzumerken. Da wird anfangs ausgiebig eine erfolglose Theatertruppe eingeführt, von der nur der Chef für die weitere Handlung wichtig ist, und de Filippo reizt das Absurde der gespielten Verrücktheit extrem aus. Für das Ensemble ist dieses verworrene Kammerspiel eine echte Herausforderung. Simone Thoma spielt neben der Bice noch zwei Nebenrollen und macht dies so gut, dass es einem erst auf den zweiten Blick auffällt. Albert Bork gibt einen starken Alberto, der sich verzweifelt seine eigene Glaubwürdigkeit abgräbt. Und Ferhad e Feqi ist ein stoischer Polizist, der das Problem schnell und einfach vom Tisch haben möchte.

      Ciulli inszeniert puristisch

Ciulli inszeniert puristisch, ohne viel Beiwerk - wenn man von einer witzigen Kleiderkarussell-Maschine (Entwurf: Markus Zink) absieht, die das Bühnenbild ausmacht. Der Regisseur beweist gutes Gespür für richtige Tonlagen und Tempowechsel. "Verrückt" ist ein sehr italienisches Stück, aber ein international komisches.

Termine: 16. Dezember langer Theaterabend (ab 16 Uhr alle drei Stücke) oder am 26./27./28.12 die drei Stücke "Verrückt", "Diese Gespenster" und die Kunst der Komödie" an drei Abenden nacheinander. Karten unter Tel. (0208) 5 99 01 88.