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Dino-Saga geht in Runde fünf

Steven Spielbergs „Jurassic World 2“ läuft im Kino

Die Dinosaurier werden immer trauriger, hieß es mal in einem deutschen Liederjux. Auf der Isla Nublar haben sie allen Grund dazu, denn ein Vulkan spuckt Lava und heiße Asche. Wo ein Themenpark war, stehen nun Ruinen, versprengte Dinos vagabundieren über eine Insel, die dem Untergang geweiht ist. Mit „Jurassic World 2“ garantiert Produzent Steven Spielberg Unterhaltung für die Familie mit einem Spritzer Horror.

Dortmund

von Kai-Uwe Brinkmann

, 06.06.2018
Dino-Saga geht in Runde fünf

Owen (Chris Pratt) betätigt sich als Dino-Flüsterer bei einem alten Bekannten, den er als Jungsaurier kannte. © Universal

„Jurassic World – Das gefallene Königreich“ ist der fünfte Film der Serie (nach „Jurassic Park 1 bis 3), die Steven Spielberg vor 25 Jahren auf den Weg brachte. Juan Antonio Bayona saß im Regiestuhl, Spielberg fungiert als Produzent, seine Handschrift bleibt erkennbar.

Tierfreunde im Einsatz

Es gibt Schockminuten mit gigantischen Bestien, aber der Horror bleibt milde, im Kern steht die Dino-Saga für Familienunterhaltung (frei ab 12 Jahren). Gestorben wird gnädig im Off und im Hintergrund. Humor-Injektionen nehmen dem Drama die Schärfe, eine Heldin von zehn, zwölf Jahren wird zur Identifikationsfigur für die Kinder.

Die Saurier-Tricks sind imposant wie gewohnt und nahezu perfekt. Die Texturen von Haut und Schuppen wirken so frappierend lebensecht wie der Augenaufschlag und die Bewegungen der Viecher. Seltsam nur, dass die Fassade der schlossähnlichen Villa des Milliardärs Lockwood (James Cromwell) wie ein Gemälde, also stümperhaft schlecht aussieht.

Der Mann hat ein Herz für Tiere, er finanziert eine Rettungsmission für die Saurier der Isla Nublar. Dino-Flüsterer Owen (Chris Pratt) und Claire (Bryce Dallas Howard), Ex-Chefin des Themenparks, stoßen zu einer Expedition, die dicht am Vulkan auf Saurierfang geht.

King Kong lässt grüßen

Nach einer turbulenten Action-Stafette von etwa 20 Filmminuten haben sie ein Dutzend Reptile in Käfige gepfercht. Als ihr Dampfer ablegt, erinnert das sehr an den Beutezug der Tierfänger in „King Kong“. Auch später lässt der Klassiker grüßen, wenn ein Dino nach gewonnener Freiheit in luftiger Höhe herumturnt. So fesselnd die Bilder sein mögen, so hergesucht ist die Geschichte des Films. Sie wartet mit einer tierfreundlichen Botschaft und einem Warnruf vor Geschäftsleuten auf, die in den Dinos ein Kapital sehen.

Eine Mischpoke reicher Schurken ersteigert die geretteten Saurier, um sie als biologische Waffe oder anderweitig zu Geld zu machen. Jeff Goldblum räsoniert über den Fluch der Gentechnik und die Natur des Menschen – es riecht nach aufgepfropfter Moralpredigt.

Unterhaltsam ist das allemal, wenn Bestien nachts im Museum randalieren und ihre Klauen lange Schatten werfen – hey, ein Nosferatu-Zitat! Kino für Auge und Bauch, mit allerlei geistigen Klimmzügen der geschraubten Art.