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„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Wütende Mutter mischt Kleinstadt auf

Dortmund „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat vier Golden Globes gewonnen und ist für sieben Oscars nominiert. Und das zu recht. Die Geschichte ist packend und erschreckend zugleich.

Wütende Mutter mischt Kleinstadt auf

Mildred (Frances McDormand) wirft einen Brandsatz. Foto: dpa

Eine Frau fährt auf der Landstraße, vorbei an vergammelten Werbetafeln. Sie stoppt, setzt zurück und denkt nach. Geburt einer Idee: Mildred (Frances McDormand) mietet die Tafeln und lässt drei Sätze plakatieren: Im Sterben vergewaltigt. Noch immer keine Verhaftung. Wie kommt das, Sheriff Willoughby?

Paradestück des klugen Erzählens

Drei Werbetafeln, die das Leben einer Kleinstadt aufmischen, in der Mildreds 16-jährige Tochter ermordet worden ist. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist ein Film, den der Brite Martin McDonagh („Brügge sehen und sterben“) inszeniert und geschrieben hat – ein Paradestück klugen, vielschichtigen Erzählens.

Schauspielerkino, bei dem die Figuren ihre seelische „Möblierung“ lange im Dunkel lassen, Gefühle permanent unterspielt werden, bis es zur Eruption kommt, einer Kurzschlusshandlung, wo jemandem die Gäule durchgehen.

McDonagh liebt seine Figuren

McDonagh schält seinen Charakteren den Hass, den Kummer, die Verbitterung ab und legt einen Wesenskern frei, der anders ist als unser erster Eindruck. Kein Zweifel: Der Mann liebt seine Figuren. Andernfalls würde er sie nicht mit solcher Sorgfalt emotional auskleiden, samt ihrer Fehler und Widersprüche.

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In einem superben Ensemble hat Frances McDormand die tragende Rolle der biestigen Mildred, die ihre Tochter verlor und den Schnarchnasen von der Polizei Feuer machen will. Sie spielt grandios, die Rolle passt wie angegossen.

Mildred ist kackfrech

Mildred ist ein burschikoser Sturkopf, kackfrech und cool, als wäre sie Clint Eastwood. Überhaupt scheint in Ebbing noch das Faustrecht der Prärie zu gelten. Polizisten wie Dixon (toll: Sam Rockwell) schlagen sofort zu, aber Sheriff Willoughby (auch gut: Woody Harrelson) deckt seine Leute.

„Three Billboards...“ schillert zwischen Trauerspiel, bissiger Komödie, Sittenbild der US-Provinz. Ein Ausnahme-Film: intensiv, psychologisch fesselnd, nicht auszurechnen. Zu Recht Oscar-nominiert.

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