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"Young Victoria" - das Schicksal einer Königin

Man kennt Königin Viktoria als die füllige Matrone ihrer späteren Jahre, als Repräsentantin der goldenen Ära des Empire, die später die viktorianische getauft werden sollte. Für die Leinwand aber ist nur die junge Königin von Interesse, plant man einen Liebesfilm mit Blaublütern.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 20.04.2010
"Young Victoria" - das Schicksal einer Königin

Königin Victoria (Emily Blunt) und Prinz Albert (Rupert Friend) werden ein glückliches Paar mit Krone.

So spielt Emily Blunt ("Der Teufel trägt Prada") eine blutjunge, schöne Herrscherin in Jean-Marc Vallées "Young Victoria", der daherkommt wie Groschenheft-Schmacht mit emanzipatorischem Anstrich: "Vicky - Schicksalsjahre einer Königin". Vom kleinen Hascherl zur selbstbewussten Monarchin.

England, 1837. König William (Jim Broadbent) hat seine 18-jährige Nichte Victoria zur Thronerbin bestimmt. Die steht noch unter dem Pantoffel ihrer Mutter (Miranda Richardson) und ihres Günstlings Sir Conroy (Mark Strong). Tu dies und tu das! Aber der Dickschädel denkt nicht daran, die Mutter als Regentin auf Zeit einzusetzen. "Ich bin jung, aber bereit zu lernen!", lässt Victoria ihre Berater wissen, als sie den Thron besteigt.

Buckingham Palace ist ein Intrigantenstadl und Victoria mittendrin. Man rangelt um ihre Gunst. Diverse Fraktionen wollen die Königin vor ihren Karren spannen. König Leopold von Belgien (Thomas Kretschmann), Kuppler aus Kalkül, instruiert seinen Neffen Albert, wie Victoria zu gewinnen sei.

Albert (Rupert Friend) verliebt sich, heiratet Victoria, aber dominieren wird er sie nicht. Sie gibt die Zügel nicht aus der Hand und wird hier in den Rang einer frühen Feministin erhoben.

Es soll tatsächlich eine Liebesheirat gewesen sein, da muss der Film nicht flunkern. Dass er dennoch die Koloratur der Operette hat, liegt am Pomp von Ausstattung und oscarprämierten Kostümen, erlesen fotografiert von Hagen Bogdanski ("Das Leben der Anderen"), am Schmelz der Musik, an der Orchestrierung vielsagender Blicke, mit denen die Rivalen am Hof sich mustern.

Hinterzimmer-Ränke, Politik und ein Attentat sind nicht mehr als dramaturgische Tupfer auf einer Liebesgeschichte, in der am Ende eitel Sonnenschein herrscht.

Emily Blunt und Rupert Friend stellen ein fotogenes Paar dar, schön anzusehen beim Austausch heißer Schwüre. Allen Sissi-Fans zur Freude.

Trailer zum Film