Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rat entscheidet sich trotz UWG-Kritik für die Schaffung eines Heimatpreises für Legden

mlzHeimatpreis

Ohne Kritik ging es nicht. Der UWG ging die Idee nicht weit genug. Am Ende war sich der Rat aber doch einig: Legden bekommt einen Heimatpreis, um ehrenamtliches Engagement auszuzeichnen.

Legden

, 07.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Legden soll einen Heimatpreis bekommen. Das Geld – 5000 Euro im Jahr – kommt von der Landesregierung. Die hatte ein mehrteiliges Förderpaket geschnürt, um „die vielfältige Heimat in Nordrhein-Westfalen zu fördern und zu stärken“. Berthold Langehaneberg (CDU) hatte einen entsprechenden Antrag in den Rat gebracht. „Wir sollten die Gelder abrufen“, erklärte er. Bis zu drei Preisträger könnten bestimmt werden. „Das ist ideal, um das Ehrenamt auszuzeichnen“, erklärte er. Und das Beste: „Es kostet uns nichts.“

UWG-Fraktion kritisiert Rechtschreibfehler und Konzentration auf einen Baustein

Der Antrag ging Heribert Telgmann (UWG) aber nicht einmal weit genug: Zunächst monierte er jedoch noch einen Tippfehler im CDU-Antrag. Er habe sich nur mit Mühe über die Inhalte informieren können. Tatsächlich hatte sich in der Vorlage ein kleiner Schreibfehler bei der Internetadresse zum Heimatpreis eingeschlichen. Die Informationen waren dennoch ohne größere Schwierigkeiten abzurufen. Inhaltlich kritisierte er, dass sich der CDU-Antrag nur auf einen Baustein des Heimatförderprogramms beziehe.

Im Programm der Landesregierung gibt es neben dem Heimat-Preis noch den Heimat-Scheck, die Heimat-Werkstatt, den Heimat-Fonds und das Heimat-Zeugnis. „Vor einer Entscheidung sollte man sich das ganze Programm anschauen“, erklärte er den anderen Ratsmitgliedern. Nur dann könne man – eine ganzheitliche Betrachtung vorausgesetzt – über den Vorschlag urteilen.

Es handele sich um mehrere Bausteine, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden könnten, so Bürgermeister Friedhelm Kleweken. Gerade der Heimatpreis sei aber völlig von Verwaltung oder Rat entkoppelt, so dass er gut umgesetzt werden könnte.

Telgmann fordert Transparenz

Heribert Telgmann gab da noch keine Ruhe: „Ich möchte Transparenz und auch eine Information über die anderen Bausteine“, forderte er vehement. Erneutes Kopfschütteln im Rat. Christoph Berendt-Richter (UWG) sprang seinem Fraktionskollegen bei: „Heribert möchte nur sicherstellen, dass wir auch die weiteren Schritte gehen“, erklärte er mit Blick auf die anderen Förderbausteine.

Das nutzte dann Friedhelm Kleweken für eine deutlichere Erklärung: „Es ist ja nicht so, dass wir die anderen Programme nicht kennen.“ Aber: Der beantragte Heimat-Preis sei einfach umzusetzen. „Es handelt sich dabei um ein relativ einfaches Projekt“, urteilte der Bürgermeister. Dem gegenüber seien die anderen Bausteine mit enormem Aufwand verbunden. Etwa weil sie an Bautätigkeit im Ort oder einen Bürgerdialog gekoppelt sind. „Bauarbeiten sind nicht mal eben so gemacht und auch einen Diskussionsprozess mit allen Akteuren können wir von der Verwaltung aus nicht einfach so umsetzen.“

Sinneswandel bei der UWG-Fraktion?

Sigrid Goßling (SPD) lobte die Idee rundheraus. „Ein sehr guter Antrag“, erklärte sie. Und wandte sich dann noch an die UWG-Fraktion: „Viel mehr freuen wir uns aber darüber, dass die UWG offensichtlich ihren Standpunkt zu Fördermitteln überarbeitet hat.“ Auch Berthold Langehaneberg (CDU) konnte sich eine weitere Spitze in Richtung der UWG nicht verkneifen: Wie denn die aktuelle Begeisterung für die Fördermittel mit dem zurückliegenden Standpunkt der UWG zu koppeln sei? Schließlich hätten die UWG-Mitglieder ja zuletzt Förderprogramme immer abgelehnt und sogar in Leserbriefen vor dem Verlust der Selbstständigkeit der Gemeinde gewarnt, falls man Fördermittel annehmen würde.

Christoph Berendt-Richters Erklärung ging da schon fast im Gelächter der übrigen Ratsmitglieder unter: „Wenn etwas gefördert wird, das sinnvoll ist, haben wir nichts dagegen“, erklärte er. Zuletzt hatte die UWG-Fraktion im Dezember die Förderung der Neugestaltung der Hauptstraße durch Regionale-Mittel scharf kritisiert.

In Sachen Heimatpreis stimmte der Rat am Ende aber einstimmig für die Vergabe. Als Jury soll der Ältestenrat im Ort tätig werden.

Lesen Sie jetzt