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Den Sieger hatte vorher keiner auf der Rechnung

Lembecker Nacht der Revanche

Vizeweltmeister Lucas Liss war erklärter Favorit gewesen. Das Dream Team um Hannes Baumgarten auch. Doch dann endete das Rennen rund um die Lembecker St.-Laurentius-Kirche mit einer Überraschung.

LEMBECK

von Andreas Leistner

, 10.06.2018
Den Sieger hatte vorher keiner auf der Rechnung

Spannende Entscheidung: Mit einer guten Radlänge entscheidet Daniel Klemme (r.) das große Finale der „11. Nacht der Revanche“ im Zielsprint gegen Hannes Baumgarten (l.) für sich. Lücke

Im großen Finale über 60 Runden hatte sich nach der Hälfte des Rennens eine siebenköpfige Ausreißergruppe vom Rest des Feldes abgesetzt. Lucas Liss versuchte, diese Gruppe immer wieder zu sprengen. Doch seine Ausreißversuche wurden allesamt gekontert, nicht zuletzt durch Hannes Baumgarten, und so kam es auf der Wulfener Straße zum Zielsprint, in dem Baumgarten am Ende die entscheidenden Körner fehlten. Überraschungssieger wurde der 27-jährige Daniel Klemme aus Lemgo, der damit dem Autohaus Lehmbrock im elften Versuch den ersten Gesamtsieg bescherte.

„Ich bin total happy, dass ich endlich mal ganz nach oben aufs Treppchen fahren konnte bei so einem tollen Publikum“, bedankte sich Klemme im Interview nach Rennende für die Unterstützung der rund 1000 Zuschauer.

Damit war er nicht der einzige. Heiko Homrighausen, der den Sonderpreis für die schnellste Runde mit fabelhaften 52 Sekunden einfuhr, erklärte nach seiner ersten Teilnahme zum Publikum in Lembeck: „Das hätte ich so nicht erwartet.“ Und Hannes Baumgarten brachte es schließlich auf den Punkt: „Lembeck ist so ein kleines Dorf und feiert so eine große Radsportparty!“

Wie immer trugen dazu aber nicht nur die Elitefahrer ihren Teil bei. Das Kinderrennen der Drei- bis Fünfjährigen war wie immer ein Stimmungs-Höhepunkt und das Gästerennen mit Rekordfeld von 52 Fahrern vom Schützenkönig bis zum Gesangsverein, vom Bürgermeister bis zur Landjugend war ein Hingucker. Spannend war auch das Duell der Hobbyfahrer aus Lembeck und Schermbeck beim Mannschafts-Verfolgungsfahren, das das Team Lembeck für sich entschied. Auch wenn der Sieger am Ende nur entscheiden durfte, ob er den weißen oder den roten Sekt bekam − der Ehrgeiz der Teams und die Freude der Sieger waren groß.

Genau wie bei Tobias Müller (Team Lembeck), der das 30-Runden-Rennen der Hobbyfahrer vor seinen Teamkollegen Klaus Elvermann und Klaus Wieholt gewann. Müllers härtester Konkurrent Arnd Krause vom Zens & Friends Racing Team war allerdings kurz vor Rennende gestürzt und Müllers erste Frage im Siegerinterview galt Krause: „Wie geht‘s Arnd?“

Viel Applaus hatten bei dem Rennen auch die vier Frauen im Feld bekommen. Sabrina Greiwe (Zens & Friends Racing Team) sicherte sich dabei Platz eins vor ihrer Teamkollegin Sophia Fiehn, der Lembeckerin Jutta Büser und Elke Rexforth-Krause (Zens & Friends).

So war die Stimmung bereits bestens, als die Elitefahrer nahezu pünktlich um 21 Uhr zum Finale über 60 Runden antraten. Patrick Jungenblut aus Gütersloh legte dabei los wie die Feuerwehr. Gleich in der ersten Runde riss er aus und fuhr anschließend sieben Mal als Erster über die Ziellinie. Damit sammelte er sieben Punkte für die Leyders-Wertung, die er am Ende auch mit zehn Punkten gewann. Mit dem Sieg hatte der 34-Jährig allerdings nichts zu tun. Der siebenköpfigen Ausreißertruppe, die sich in Runde 30 vom Feld absetzte, konnte er nicht folgen und so fiel die Entscheidung über den Gesamtsieg ohne ihn und mündete im Überraschungssieg von Daniel Klemme.