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Der Ein-Wochen-Boom

DORTMUND Kabinengeflüster – so heißt es einmal wöchentlich an dieser Stelle. Ob Fuß-, Hand-, Volley- oder Basketballer, hier kommen alle zu Wort. Heute: Claudia Sonn, Dortmunds ehemalige Fußball-Nationalspielerin.

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Natürlich habe ich Sonntag Fernsehen geguckt: Das Spiel der deutschen Fußballfrauen war wirklich eine Werbung für unseren Sport, der bis jetzt von der Öffentlichkeit eher stiefmütterlich behandelt wurde. Es wäre natürlich sehr schön, wenn der Schwung dieser Weltmeisterschaft diesmal länger anhalten würde als die obligatorische eine Woche.

Randerscheinung Damenfußball

Ich fürchte, der Damenfußball wird immer eine Randerscheinung des Sports bleiben. Eine riesige Chance wäre natürlich eine WM im eigenen Land, mit vernünftigen Anstoßzeiten. Bisher spielt die Nationalmannschaft meist nachmittags, 14 oder 15 Uhr. Welcher Arbeitnehmer kann da schon zugucken?

Wobei es ja schon löblich ist, dass die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender die DFB-Spiele übertragen. Früher gab´s vielleicht mal einen zehnminütigen Zusammenschnitt in der Sportschau – wenn überhaupt. Was mich übrigens immer wieder ärgert ist, wenn Männer den Frauenfußball mit dem der Männer vergleichen.

Totaler Quatsch

Letztens fragte mich ein Kollege, ob das Niveau des Frauenfußballs dem in der Kreisliga der Männer ähnele. Das ist totaler Quatsch, denn diese Dinge lassen sich einfach nicht vergleichen. Die Männer spielen aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen athletischer, schneller, die Frauen dafür technischer. Das war bei dieser WM wirklich gut anzuschauen.

Erfreulich, dass die Weltmeisterinnen endlich auch finanziell die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. 55 000 Euro für jede Spielerin, das sind schon 40 000 mehr als beim WM-Titel vor vier Jahren. Auch daran lässt sich die steigende Wertschätzung innerhalb des DFB ablesen, ebenso die 15 000, die in Frankfurt am Römer die Mannschaft empfangen haben. Ich wünsche mir sehr, dass der Boom diesmal länger anhält als eine Woche.

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