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Felix Haßmann im Interview

Der Signal Iduna Cup ist fast ein Heimspiel

Dortmund Felix Haßmann siegt, siegt und siegt – was aber macht den Springreiter für seine Konkurrenz so gefährlich? Im Interview spricht der 32-Jährige über seinen Erfolg und über den Signal Iduna Cup.

Der Signal Iduna Cup ist fast ein Heimspiel

Nach Ranglistenpunkten ist Felix Haßmann der erfolgreichste deutsche Springreiter 2017. In der Weltrangliste rangiert er als fünftbester Deutscher auf Platz 50. Foto: imago

Felix Haßmann, wo soll es für Sie noch hingehen?

Es stimmt, in der letzten Zeit und im gesamten vergangenen Jahr lief es für mich wirklich sehr gut. Das hängt aber vor allem auch von der Form meiner Pferde ab. Im Grunde kenne ich sie schon sehr lange – Cayenne und Balzaci habe ich beispielsweise schon sehr jung bekommen. Sie sind einfach super fit, und dann kann man auch mal gewinnen. Sie haben jetzt einfach die nötige Erfahrung. Aber ein bisschen Glück gehört auch immer dazu.



Gibt es ein Ziel, das Sie sich mit Hinblick auf die Grüne Saison gesteckt haben?

Nein, ein richtig konkretes Ziel nicht. Jetzt muss ich erstmal schauen, dass es so weiterläuft. Cayenne bekommt nun eine Pause, ihn bereite ich auf die Freiluftsaison vor.



Inzwischen gibt es den Spruch: ‚Kein Springen ist gewonnen, so lange Felix Haßmann nicht durch ist.‘ Am Wochenende im Großen Preis von Braunschweig waren Sie im Stechen fast zwei Sekunden schneller als die Konkurrenz – leider aber mit einem Fehler. Wo nehmen Sie diese Geschwindigkeit her?

Wenn ich im Stechen bin, probiere ich auch, es zu gewinnen. Es gibt Reiter, die reiten lieber langsam und kalkulieren mit der fehlerfreien Runde. Ich gehe immer auf Zeit, auch wenn das Risiko größer ist, einen Fehler zu haben. In letzter Zeit ist es mir relativ häufig gut gelungen.



Sieht man Sie im direkten Vergleich zu anderen Reitern, wird die Schnelligkeit ganz deutlich sichtbar ...

Balzaci haben wir beispielsweise schon als Fohlen gekauft, heute ist er 15 Jahre alt – er springt jetzt so gut wie nie zuvor in seinem Leben. Ich bin der Einzige, der ihn je Turniere geritten hat, weshalb wir uns so unglaublich gut kennen. Wir wissen einfach, was wir voneinander wollen. Das ist schon etwas anderes, als wenn man ein Pferd erst kurz unter dem Sattel hat. Da muss man sich erst aneinander gewöhnen.



Was macht die langfristige Zusammenarbeit mit Ihren Pferden aus?

Ich möchte, dass die Pferde von Grund auf etwas lernen. Wir bilden ja auch selbst aus. Wenn sie jung sind, ist es mir am liebsten, dass sie noch nicht so viele Prüfungen gehen. Man muss bedenken, dass sie mit fünf oder sechs noch nicht richtig ausgewachsen sind. Mir ist wichtig, dass sie langsam aufgebaut werden. Jedes Pferd braucht seinen eigenen Weg, den man mit ihm geht.



Die Nachfrage an Top-Sportpferden ist hoch, viele gehen für Millionenbeträge ins kaufkräftige Ausland – Katar oder Saudi Arabien, um zwei zu nennen. Ist das eine Belastung für den Reitsport?

Ich denke schon, dass es für die Deutschen im Allgemeinen schwieriger wird. Das sieht man auch gerade an der Weltrangliste – unter den Top Ten befindet sich kein Deutscher. Es gab Zeiten, da hatten wir sieben Reiter unter den besten zehn. Und ich glaube nicht, dass diese Entwicklung an der Qualität des Reitens liegt. Viele Pferde werden schon jung ins Ausland verkauft, das macht es schwierig. Die Deutschen geben am Ende auch nicht die Summen aus wie beispielsweise die Kataris.



Was bedeutet das für Sie?

Ich habe großes Glück, dass ich Sponsoren habe, die selbst sportbegeistert sind und gute Pferde auch behalten. Sie freuen sich einfach, wenn wir gewinnen. Zum anderen gehören Balzaci und Balance uns selbst, bzw. meinen Eltern. Und die wollen natürlich das, was gut für mich ist (lacht).



Wie viel Biss und Durchhaltevermögen braucht man, um dieses Level halten zu können?

Das Level zu halten ist natürlich schwierig. Zum Beispiel wenn man aufgrund des Reglements nicht weiß, ob man bei einem hochdotierten internationalen Turnier reiten darf – wo es allerdings die vielen Weltranglistenpunkte gibt. Wenn ich ein normales Weltranglistenspringen reite, gibt es 50 Punkte auf Sieg – da muss ich schon unter den ersten Drei sein, damit das überhaupt für mich zählt. Deshalb ist es schwierig, schon jetzt den nächsten Schritt zu planen.



Sie stammen aus einer renommierten Reiter-Familie. Ist dieser Background wichtig für Ihre Karriere?

Der Rückhalt ist sehr wichtig und macht es einfacher für mich. Wenn man alleine ist, hat man nicht die Zeit, sich ausschließlich auf das Sportliche zu konzentrieren. Ich habe hingegen den Kopf frei.



Bald starten Sie beim Signal Iduna Cup in Dortmund. Was verbinden Sie mit dem Turnier?

Es ist einfach ein sehr schönes Turnier, wo viele Leute sind, die ich kenne. Das macht doppelt Spaß. Und da es sehr nah zu Lienen ist, ist es fast ein Heimspiel.



Welche Pferde werden Sie dabeihaben?

Das weiß ich noch nicht ganz genau. Wahrscheinlich werden Balance oder Balzaci den Großen Preis gehen, in der Youngster Tour werde ich vielleicht Horse Gym’s Cylana reiten.



Kürzlich sagte Otto Becker: „Es macht immer Spaß, Felix zuzuschauen. Er ist immer ein Ass im Stechen – immer schnell mit seinen Pferden unterwegs.“ Was bedeuten dir Lob vonseiten des Bundestrainers?

Das ist natürlich richtig schön zu hören!

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