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"Ich geh' für den Verein betteln"

DORTMUND Der RRC „Curve“ Brackel ist schon seit Jahrzehnten mit ihm verbunden, seit 29 Jahren führt er den Klub – Günter Schäfer, Radsport-Mensch aus Leidenschaft, ist ein Funktionär der „alten Schule“, einer der ausspricht, was er denkt. „Man muss die Dinge beim Namen nennen“, sagt NRW-Straßenfachwart Schäfer im Interview.

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"Ich geh' für den Verein betteln"

Im Kreis der Mitstreiter: Brackels Vorsitzender Günter Schäfer (3. von rechts)

Die Situation im Dortmunder Radsport hat sich in den letzten Jahren dramatisch zugespitzt. Einst wurden 20 Rennen in der Saison veranstaltet, jetzt nur noch vier. Worauf ist das zurückzuführen?Günter Schäfer: Es gibt zu wenige Sponsoren für unsere Sportart. Viele Firmen stellen sich lieber bei Borussia Dortmund an, als etwas für den Radsport zu tun. Außerdem sind die öffentlichen Auflagen für Radrennen mittlerweile so hoch, dass sie kaum erfüllt werden können.

Im Sport spielt Geld immer eine große Rolle. Was sind im Radsport die größten Kosten-Verursacher?Schäfer: Für die Sicherheit von Fahrern und Zuschauern muss viel geleistet werden. Wir müssen die Kosten für die Absperrungen aufbringen, müssen Ordner, Verkehrskadetten, aber auch die medizinischen Dienste bezahlen. Außerdem müssen wir ein Programmheft drucken lassen.

Der RRC „Curve“ Brackel ist mittlerweile der einzige Dortmunder Radsportklub, der zwei Rennen in dieser Saison ausrichtet. Wie kriegt „Curve“ in jedem Jahr die Kurve?Schäfer: Ich gehe für den Verein betteln, so einfach ist. Das mache ich als Vorsitzender schon seit 29 Jahren so. Ich habe das große Glück, dass ich viele Freunde und Bekannte habe, die helfen. Ohne diese Unterstützung würde es auch in Brackel keine Radrennen geben.

Was brauchen die Vereine, ‘mal abgesehen von Geld?Schäfer: Deutlich mehr Unterstützung vom Stadtsportbund würde dem Radsport helfen. Der SSB mit seinen zahlreichen Verbindungen könnte uns bei den Behörden besser in Position bringen. Zum Beispiel müsste doch die Frage zu klären sein, warum in der Nachbarstadt Bochum die Polizei bei den Radrennen Ordnungsdienste übernimmt, in Dortmund das aber abglehnt.

Was wünschen sie sich für die nächste Radsport-Saison?Schäfer: Im nächsten Jahr werde ich 70 Jahre alt. Da hoffe ich doch, dass unsere beiden Radrennen, der Westfalenpreis und das Championat, planmäßig veranstaltet werden können.

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