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Peter Vollmann: «Wir hatten unsere Matchbälle»

Kiels Trainer über das Duell mit dem BVB

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Endphase im Fernduell der Regionalliga Nord - Borussia Dortmund oder der KSV Holstein Kiel, einer muss absteigen. Ein Ausweg für beide Teams existiert nur noch im theoretischen Modell. Zurzeit belegt der BVB mit 42 Punkten den rettenden Platz 14 vor dem punktgleichen KSV, der das schlechtere Torverhältnis aufweist. Über die Perspektiven im Abstiegskampf äußert sich heute Holstein Kiels Trainer Peter Vollmann Theo Schneider (49), ehemaliger Zweitliga-Profi bei RW Lüdenscheid. In unserer Mittwoch-Ausgabe wird BVB-Trainer zu Wort kommen. Das Saison-Finale naht. Auf welche Qualitäten baut der KSV im Abstiegskampf? Peter Vollmann : Zunächst einmal ist festzustellen, dass sich der BVB in der günstigeren Lage befindet. Wir können aus eigener Kraft den Klassenerhalt nicht mehr schaffen. Da bleiben wenige Argumente. Wir hatten unsere Matchbälle, die haben wir vergeben. Unsere Erfahrung konnten wir nicht in die Waagschale werfen. Nur das Glück, das haben wir wirklich überhaupt nicht verbraucht. In den letzten drei Spielen kassierte der KSV zwei bittere Pleiten beim 1:6 in Gladbach und 2:3 in Osnabrück. Dort führte Kiel sogar 2:0... Vollmann : Das ist nicht erklärbar. In Osnabrück sind wir vom Kopf her gescheitert. Wir hätten das 3:0 machen können, sind aber nach dem Anschlusstreffer an unserer eigenen großen Verunsicherung gescheitert. Holstein Kiel wird nachgesagt, über das größte Budget der Regionalliga Nord zu verfügen. Passt das teure KSV-Team überhaupt zusammen? Vollmann : Ich arbeite als vierter Trainer dieser Saison für den KSV. Die Symptome sind immer noch die gleichen. Alle Neuzugänge der Ära Frank Neubarth waren keine Treffer. Zweitliga-Spieler wie Kazior, Neubert oder Paulus können ihre Qualität nicht beweisen. Anderswo waren sie Mitläufer, bei uns sollten sie führen. Aber das konnten sie nicht. In der Regionalliga Nord erzählt man sich, dass in Kiel hervorragende Gehälter gezahlt werden. Sind die Spieler vielleicht zu satt? Vollmann : Der KSV Holstein Kiel ist ein gesunder Klub ohne finanzielle Probleme. Für die Spieler gibt es ein gutes Gehalts- und Prämiensystem. Aber die horrenden Summen, über die oft spekuliert wird, gibt es nicht. Vor der Saison wurde viel vom Aufstieg gesprochen. Waren die Ziele zu hoch gesteckt? Vollmann : Vor der Saison haben die Spieler nur vom Aufstieg gesprochen. Der Schuss ging nach hinten los. Mit der neuen Situation kommen sie nicht zurecht. Ist es Ihnen denn gelungen, die Mannschaft voran zu bringen? Vollmann : Als ich die Aufgabe beim KSV Ende Februar übernommen habe, war die Mannschaft tief in den Tabellenkeller abgerutscht. So etwas ist für Trainer und Vorstand nur schwer zu bremsen. Aber wir haben uns sportlich erholt. In der Rückrunden-Tabelle liegen wir auf Platz fünf. Aber es gab Rückschläge. Wie tief sitzt der Stachel von Osnabrück? Wie richten Sie ein Team auf, das nach 2:0-Führung noch 2:3 verliert? Vollmann : Wir besitzen mittlerweile fußballerische Qualität, haben aber psychische Schwächen. In diesem Bereich müssen wir uns neu aufstellen. Ihre Gegner heißen Düsseldorf und Erfurt. Wagen Sie eine Voraussage? Vollmann : Der Tipp ist nicht so wichtig, sechs Punkte sind wichtig. Dann hätten wir eine minimale Chance.

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