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Er trifft und trifft ...

HERVEST Als Michael Pröpper im August 1977 zum ersten Mal das Seniorentrikot des BVH Dorsten überstreifte, waren die meisten seiner heutigen Mitspieler noch nicht einmal auf der Welt. Pröpper nimmt's mit Humor: "Ich könnte der Vater der meisten Jungs sein. Bin ich aber zum Glück nicht."

Wenn am Sonntag der Anpfiff zur neuen Fußballsaison ertönt, wird auch Pröpper auf dem Platz stehen. Und zwar im Trikot von SuS Hervest-Dorsten. Dort hat der gebürtige Holsterhausener seine sportlichen Ruhesitz gefunden - nach 30 ebenso erfolg- wie ereignisreichen Jahren.

Angefangen hat alles beim BVH Dorsten. Als 17-Jähriger debütierte er in der Landesliga. Nur ein Jahr später kickte er bereits in der Verbandsliga bei Erle 08. Als es dort nicht laufen wollte, kehrte "Pröppi" zum BVH zurück, reifte und zog aus in die große Fußballwelt. Über die Spielvereinigung Erkenschwick ging es zu Rot-Weiß Essen in die Oberliga. Dort verbrachte der Angreifer seine sportlich erfolgreichste Zeit. 1986 stieg er mit dem Traditionsverein in die 2. Bundesliga auf. "Ich kriege heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. 28.000 Fans haben uns damals an der Hafenstraße gefeiert", so Pröpper.

Einstieg als Trainer

Nach zwei Jahren im Profigeschäft und sechs Zweitliga-Toren wechselte Pröpper zurück in die Oberliga nach Remscheid. Nach Zwischenstopps in Marl und Erkenschwick landete der Stürmer 1993 beim FC Rhade. Dort löste er Klaus Täuber nach nur wenigen Spieltagen als Spielertrainer ab und führte die Mannschaft auf den dritten Rang in der Verbandsliga.

Seine dunkelste Zeit erlebte Pröpper einige Jahre später beim FC Epe, wo er sich einen "Totalschaden" im linken Knie zuzog. Das Kreuzband war gerissen und die Patellasehne arg demoliert. Die Ärzte prophezeiten ihm das Karriereende. "Da haben die sich aber getäuscht", so Pröpper. Mit eisernem Willen kämpfte er sich zurück auf den Platz und fand als Spielertrainer beim SuS Hervest wieder den Anschluss.

Dort spielt er seitdem - ein kurzes Gastspiel beim SV Hullern, das er am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen würde, mal ausgenommen - und fühlt sich pudelwohl in seiner Haut. "Ich habe absolut keine Probleme mehr. Ich fahre als Postbote jeden Tag über 20 Kilometer mit dem Rad, das hält fit", erklärt Pröpper.

Dass er anstatt vor über 28.000 Fans im Profifußball heute vor kaum 100 Besuchern in der B-Kreisliga kickt, stört ihn nicht: "Ich habe Spaß am Fußball. Egal in welcher Liga. Und meine Buden mache ich überall."

(K)ein Ende in Sicht

Das hat er hinlänglich bewiesen und damit Rolf Hebisch, den Trainer vom TSV Raesfeld 2, vor kurzem zu der Vermutung veranlasst, dass ein Michael Pröpper auch im Rollstuhl noch treffen würde. So lange soll die Karriere dann aber doch nicht mehr dauern: "Nächstes Jahr höre ich auf", sagt Pröpper. Diesen Satz hat seine Frau allerdings schon ein paar Mal aus dem Mund ihres Mannes gehört. Deshalb schiebt er eilig hinterher: "Man sollte aber niemals nie sagen." gg

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