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Der FC Nordkirchen verliert in der Bezirksliga

FCN-Coach Issam Jaber erhebt schwere Vorwürfe

Nordkirchen Nordkirchen verliert mit 0:1 beim Schlusslicht TSC Hamm. Und nicht nur das Ergebnis sorgte bei FCN-Coach Issam Jaber für schlechte Stimmung. Auch der Gegner hatte für ihn mächtig dazu beigetragen.

FCN-Coach Issam Jaber erhebt schwere Vorwürfe

Nils Venneker im Kopfballduell mit Mustafa Akyüz. Mehrfach trieb Venneker seine Mitspieler an, vergebens. Foto: Reith

TSC Hamm – FC Nordkirchen 1:0 (0:0)

Erst verweigerte Nordkirchens Abwehrspieler Nils Venneker das Interview („Wir dürfen nichts sagen“), dann auch Trainer Issam Jaber – er hatte die Befürchtung, dass er nach der peinlichen 0:1-Niederlage des FC Nordkirchen beim Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga etwas Falsches sagen würde. „Du kannst mich gerne morgen anrufen“, sagte Jaber freundlich, „aber jetzt bin ich noch zu aufgewühlt.“

Wer Jaber während des Spiels beobachtete, der konnte gleich mehrere Gründe finden, warum der Nordkirchener Coach sauer war. Erstens stimmte die eigene Nordkirchener Leistung nicht. Aber das war nicht der Hauptgrund. Am Abend rief Jaber dann in der Redaktion an und gab sein Statement ab: „Das war eine Hetzjagd. Was uns da entgegengekommen ist, war schlimm“, sagte Jaber und berichtete von Spuckattacken, Beleidigungen und Unsportlichkeiten. „Es ist unglaublich, auf was für einem Niveau sich die Hammer befinden“, sagte Jaber.

Den Rest zur miesen Stimmung trugen wohl die Umstände bei: ein Schiedsrichter, der das hitzige Spiel kaum in den Griff bekam, obwohl er ordentlich pfiff, und ein Platz, der für Bezirksliga eine Zumutung war. Der Rasen, der im Winter ordentlich gelitten hatte und eher braun als grün war, war zwar kurz geschnitten, aber holprig. Feiner Kombinationsfußball war nicht möglich, so oft versprang der Ball – und sogar die flachen Rückpässe bekamen Hub und kamen so auf Hüfthöhe an.

Der FCN fand sich im Spiel kaum zurecht. Statt Fußball zu spielen, wie die Trainer ja immer betonen, wären lange Bälle am Sonntagnachmittag auf dem Hammer Platz wohl das probatere Mittel gewesen. Die Torchancen, die sich Nordkirchen zudem erarbeitet, konnte man an einer Hand abzählen.

Am gefährlichsten war es – bei solchen Bedingungen natürlich – bei Standardsituationen. Drei Eckbälle hintereinander hatte Nordkirchen um Minute 65 – der dritte landete bei Venneker. Den Kopfball kratzte ein Hammer von der Linie. Aus dem Spiel heraus hatte Nordkirchen eine hervorragende Gelegenheit: Patrick Trawinski flankte auf den eingewechselten Jan Rabitsch, dessen Kopfball als Ablage zu Joachim Mrowiec kam – aber zu hoch war.

Die Löcher im Mittelfeld waren jedoch eklatant. Der 4-4-2-Anzug, den Jaber seiner Mannschaft übergestreift hatte, passte nicht. Daniel Eroglu als einziger echter Sechser stand oftmals gegen zwei Gegenspieler, die aus ihren Räumen aber viel zu wenig machten.

Hamm spielte hochgradig aggressiv. Das Tabellenschlusslicht musste endlich mal punkten. Und so spielte der TSC auch. Leidenschaftlich. Bis zur letzten Minute. Die Spieler gingen jedem Ball hinterher, liefen Nordkirchen frühzeitig an. Viel Spielkultur war das nicht, aber eben Kampf, den man für den Abstiegskampf braucht. In einigen Momenten ging es dann auch unfair zu, das ständige Reklamieren nervte auch die Nordkirchener immer mehr. Aber grob unsportlich ging es nie zu.

Und so war es auch verdient, als Abdullah Sahin eine Ecke dann per Kopf in der Schlussminute verwandelte. In Halbzeit eins hatte der TSC schon zweimal Aluminium getroffen. Sahin an den Pfosten (8.), später lenkte Philipp Sandhowe im Nordkirchener Tor einen Flatterball an die Latte (38.). Vor allem über die linke FCN-Seite mit Fernando Manfredi und Lukas Mangels kam Hamm mehrfach brandgefährlich vor das Tor. Das wurde zwar in Halbzeit zwei besser, trotzdem trafen es die Worte, die Abteilungschef David Handrup später aussprach: „Das war einfach zu wenig.“


Team und Tore
FCN:
Sandhowe - Venneker, Tüns, Tönning, Manfredi, Eroglu (66. Rabitsch), Fricke, Mangels (46. Broszat), Lorenz, Trawinski, Mrowiec
Tor: 1:0 Sahin (90.)
Gelb-Rote Karte: Tönning (90. Unsportlichkeit)

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