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Fußball spielen wird richtig teuer

Kreis Fußball spielen wird ab dem kommenden Jahr deutlich teurer: Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat jetzt in Kamen beschlossen, die Vereinsbeiträge ab dem 1. Januar 2008 zu verdoppeln.

11.12.2007

Fußball spielen wird richtig teuer

Preiserhöhungen auf der einen Seite, Tariferhöhungen und zurückgehende Landesmittel auf der anderen Seite seien ausschlaggebend für den einstimmigen Beschluss der ständigen Konferenz gewesen, in der neben Präsidiumsmitglieder auch alle Kreisvorsitzenden vertreten sind. Das hat der FLVW den Fußballclubs in Westfalen jetzt mitgeteilt. Die Dachorganisation von circa 733 000 Fußballern hatte zuletzt vor vier Jahren den Beitrag erhöht, damals mussten die Clubs bereits 30 Prozent mehr zahlen.

Die Höhe des Beitrags ist abhängig von der Spielklasse, in der die erste Mannschaft kickt. Zurzeit zahlt ein Oberligist 1300 Euro, ein Verbandsligist 975 Euro, eine Landesligaclub 650 Euro und ein Bezirksligaverein 487,50 Euro. Eine Mannschaft in der Kreisliga A kostet den Club 208 Euro, 175,50 Euro ist für einen B-Ligisten zu entrichten und Teams in den Kreisligen C und D zahlen jetzt 130 Euro.

"Starker Tobak"

"Eine 100-prozentige Erhöhung aus nichts heraus ist schon starker Tobak", sagte Claus-Harry Richter (Foto), Vorsitzender von Eintracht Ahaus, im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Die Nachricht habe ihn richtig schockiert. Natürlich müsse ein Club Abgaben an den Verband zahlen. Er könne aber auch erwarten, dass die Verantwortlichen mit dem Geld vernünftig umgehen und nicht über ihre Verhältnisse lebten. So eine Anhebung könne sich keine Firma erlauben. "Bedauerlich finde ich außerdem, dass wieder einmal der Weg des geringsten Widerstands gegangen wird, die Mitglieder können sich ja nicht wehren", so Richter.

Hohe Verluste

Für den Verbandsligisten SuS Stadtlohn nahm Geschäftsführer Michael Schley Stellung: "Eine Erhöhung in dieser Größenordnung in nur vier Jahren ist inakzeptabel. Wenn man den Angaben nach seit Jahren beträchtliche Verluste schreibt und von den Rücklagen lebt, hätte man rechtzeitig die Hand heben müssen."

Nun würden die Vereine vor dem Hintergrund stets schwieriger werdender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen vor vollendete Tatsachen gestellt. Schon mit der ungeliebten Strukturreform (Oberliga NRW) habe der FLVW viele Vereine - gerade im Oberliga- und Verbandsligabereich - finanziell immens unter Druck gesetzt. Nun folge der nächste Nackenschlag. Es bestehe reichlich Erklärungsbedarf.

"Was würde wohl ein Vereinsmitglied sagen, wenn der Verein ein solches Misswirtschaften über derartig sprunghafte Beitragserhöhungen ausgleichen wollte?", fragte Schley. jok

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