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Koekoek meistert "Klotz"

Trialsport in Stadtlohn

STADTLOHN Wie lange der 2,40 Meter hohe Mähdrescher-Reifen schon auf dem Gelände des Trial-Clubs steht, weiß Werner Tippke nicht so genau. Dass das Ungetüm aus Gummi und Stahl aber von einer Seite aus als unbezwingbar gilt, das weiß der Vorsitzende ganz genau.

von Von Bernhard Mathmann

, 21.06.2009

Ob es der niederländische Fahrrad-Trial-Profi Rick Koekoek auch weiß, als er am Samstag einen Abstecher zum Stadtlohner Trial-Club unternimm, verschweigt er mit einem Lächeln. „Das ist schon ein ordentlicher Klotz“, bekennt der 22-Jährige voller Respekt – kurz nachdem er dieses Hindernis gemeistert hat. In Zahlen: 2,40 Meter misst der stehende Reifen im Durchmesser; 1,60 Meter hoch ist der Sprung von der grünen Plattform des liegenden Pneus auf die Lauffläche des stehenden Pendants. Und von dieser Seite her haben sich alle Teilnehmer „die Zähne“ an dem Ungetüm ausgebissen. Und auch Koekoek staunt nicht schlecht, als er nach dem geglückten Sprung die Maße hinterfragt: Bislang hatte er eine Maximalhöhe von 1,50 Metern gemeistert. Reichlich Applaus erntet der Profi aus Hogeveen/NL, der in rund 25 Stunden wöchentlichem Training seine aktuelle Position in der Weltrangliste – Platz zwei hinter einem spanischen Athleten – verteidigt. „Ein solcher Sprung gibt wieder Auftrieb“, schmunzelt er – und schickt „einen schönen Gruß nach Spanien“.

Werner Tippke, Vorsitzender des Trialclubs Stadtlohn, reibt sich die Hände, dass ausgerechnet zum „Zehnjährigen“ des Klubs auch dieses Hindernis gemeistert worden ist. „Das wird jetzt der Koekoek-Sprung oder Koekoek-Reifen“, erklärt er voller Anerkennung. 18 Fahrrad-Trial-Piloten des Stadtlohner Klubs (von den etwa 60 Mitgliedern) treten am Samstag in die Pedalen, nachdem Bürgermeister Helmut Könning und der Beauftragte des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Wigbert Zudrop (Harsewinkel) ihre Grußworte zum ersten Vereins-Jubiläum überbracht haben. Und Tippke lässt die Geschichte der Radsportler kurz Revue passieren: 1999 hat der Verein den Umzug vom 1200 Quadratmeter großen Gelände in direkter Nachbarschaft (heute steht dort das Clubgebäude des SuS Stadtlohn) auf die heutige bundesweit einzigartige Trial-„Landschaft“ unternommen.

Auf 4000 Quadratmetern sind dort im Laufe der zehn Jahre 15 höchst anspruchsvolle Sektionen (Prüfungsabschnitte) erstellt worden, die den Reisezielen des Vorsitzenden Tippke nachempfunden wurden. Zuletzt hatte der Trialclub das mitteltürkische Kappadokien mit seinen berühmten Feenkaminen als überdimensionalen Rohren nachgebaut.   Der Trialclub Stadtlohn lädt interessierte Kinder und Jugendliche zu den Trainingsabenden zum unverbindlichen Schnupper-Trial ein: dienstags und mittwochs, 16 bis 18 Uhr am Trialgelände, Losbergpark. Räder und Helme werden dafür gestellt.