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Osborne könnte nach Olympia 2020 umsatteln

Rudern

Beim dritten Saison-Weltcup in Luzern steigt Jason Osborne nicht ins Boot. Aus taktischen Gründen. 2020 will der Wulfener dann sogar ganz umsteigen. Aufs Rad.

DORSTEN

von Andreas Leistner

, 13.07.2018
Osborne könnte nach Olympia 2020 umsatteln

Vom Boot aufs Rad? Jason Osborne denkt über einen Wechsel der Sportart nach.(a) Seyb

Rad gefahren ist Jason Osborne eigentlich schon immer. Als Ausgleichssport und Ausdauertraining zugleich. Und dabei hat er gemerkt: Es macht ihm nicht nur Spaß, er ist auch gut. Eigentlich kein Wunder, denn der 22-Jährige bringt Qualitäten mit, die er sowohl im Boot als auch im Sattel gebrauchen kann: Kraft, Explosivität und Ausdauer. Nicht umsonst gehört Osborne auch auf dem Ruder-Ergometer zu den Besten seiner Zunft.

Bei einem Trainingslager auf Mallorca kam es dann zum Kontakt mit dem Profi-Rennradstall Sunweb. Der stellte ihm einen kompletten Laufrad-Satz zur Verfügung und Anfang Juli startete Osborne dann im Sunweb-Trikot zu seinem ersten großen Radrennen überhaupt − und das gleich bei den Deutschen Meisterschaften in Einhausen.

Auf den Start im Straßenrennen verzichtete der Wulfener. „Da war das Sturzrisiko zu groß“, erklärte er am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. Und einen Sturz kann er sich aktuell nicht erlauben. Denn noch gilt sein Hauptaugenmerk dem Rudern und die beiden Weltcup-Siege in Linz und Belgrad haben gezeigt: Bei der Weltmeisterschaft im September in Bulgarien gehört Jason Osborne zu den heißesten Kandidaten auf die Goldmedaille im Leichtgewichts-Einer. Und das macht man sich natürlich nicht kaputt, weil man in eine andere Sportart hineinschnuppern möchte.

Doch dieses Hineinschnuppern ist auch mehr als nur ein Flirt. Jason Osbornes großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Doch danach droht das Leichtgewichts-Rudern aus dem Olympischen Programm zu kippen, und für diesen Fall will der Wulfener gewappnet sein und denkt ernsthaft an eine Karriere als Radprofi.

„Vielleicht erst einmal auf der Bahn“, meint er. Denn dafür bringt er die besten Voraussetzungen mit. „Da liegt die Belastung bei vier bis fünf Minuten, das entspricht der beim Rudern“, erklärt er. Messungen, in welchem Verhältnis seine Kraftleistung zu seinem Gewicht steht, geben dem Ruderer Recht: „Da gehöre ich im Fünf-Minuten-Bereich zur Weltklasse, bei 20 Minuten aber nur noch zum Mittelfeld.“

Dass er diese Statistiken auch umsetzen kann, bewies er bei den Deutschen Meisterschaften. Im Einzelzeitfahren wurde er gegen die versammelten deutschen Profifahrer auf Anhieb Achter. 55:03 min auf 45 Kilometer bedeuteten zwar einen Rückstand von 3:40 min auf Sieger Tony Martin. Doch auf dessen Teamkollegen Nils Politt fehlten Osborne gerade mal 1:36 min, und Politt fährt gerade die Tour de France...

Es erscheint also durchaus realistisch, dass Jason Osborne seine Titel bis 2020 noch auf dem Wasser und als Ruderer sammelt, um dann mit 26 Jahren im wahrsten Sinne des Wortes umzusatteln.