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Shettys als Springwunder

Reitsport: 10. Tag des Pferdes

Zunächst trippeln sie freudig angespannt an der Leine hinter ihren zweibeinigen Begleitern in die Reithalle - nur Sekunden später entpuppen sich "Gigolo" und "DJ" als wahre Springwunder: Die beiden Shetlandponys am Halfter von Lars Volmer und Marcel Böckmann nehmen beim zehnten "Tag des Pferdes" Anlauf auf die Rekordmarke im "Shetty-Hochsprung".

LEGDEN

von Von Bernhard Mathmann

, 16.12.2012

Diese sei zwar offiziell nirgends hinterlegt, meinte RV Legdens Vorsitzender und Reitlehrer Karl-Heinz Meiss, aber: "Umgerechnet auf die Größe der beiden Shettys dürften sie rund 2,30 Meter übersprungen haben." Lars Volmer, amtierender Deutscher Meister der Pony-Springreiter, führt "DJ" an das Hindernis heran, sein Freund Marcel Böckmann hat "Gigolo" an der Leine. Der Wettbewerb will es, dass beide Sportpartner das Hindernis gemeinsam überwinden.

Bei den Anfangshöhen von rund 60 Zentimetern haben Zwei- und Vierbeiner keinerlei Schwierigkeiten und ernten viel Applaus von der fast ausverkauften Tribüne in der Legdener Reithalle. Je höher aber die Hindernisstangen gelegt werden, um so konzentrierten gehen die beiden Paare zu Werke. Erst bei einer Höhe von über einen Meter - "In Wirklichkeit sicher 2,30 Meter", so rechnete Meiss hoch - reißen sie. Dennoch: "Das müsste ein neuer Weltrekord sein", mutmaßte Hans-Georg Zurhausen, Vorsitzender des Kreisreiterverbands Borken und Moderator der Veranstaltung.  

"Die Reitvereine aus dem Kreis, die sich den ,Tag des Pferdes' nicht entgehen lassen, zeigen jedesmal großen Einfallsreichtum, um sich und ihr ,Sportpartner Pferd' fernab des normalen Trainings- und Wettbewerbsbetriebs vorzustellen. Auch die zehnte Veranstaltung in Legden bot allen Pferdefreunden eine bunte Mischung von tollen Schaubildern", lobte Zurhausen. 16 verschiedene Programmpunkte ließ die fast vierstündige Vorstellung fast wie im Fluge vergehen.

 

Ganz ohne Vierbeiner allerdings eröffnete der RV Heiden das Pferdesport-Festival: Drei schwere Pferdetransporter entließen sehr zum Erstaunen der Zuschauer ihre Fracht - Kinder des Vereins stellten in ihren Verkleidungen eine höchst eigene "Hengstparade" dar. Reitschüler des Gestüts Forellenhoff hatten sich für eine ganz ruhige Vorführung entschieden: In abgedunkelter Halle zeigten sich Ponys und Kinder vom Schwarzlicht verzaubert.

Eleganz und Ästhetik, gepaart mit flotten Schrittfolgen und akkuraten Figuren: Die Dressur-Quadrille des RV Hof Nienhaus entlockte dem fachkundigen Publikum reichlich Applaus. Den "verdienten" sich auch RV Legdens Reitlehrerin Susi Schubert und ihr mächtiger Friese "Kerst": Begleitet von jungen Fackelträgern aus dem Verein demonstrierte das Paar in vielen Passagen die "Leichtigkeit der Dressur". Zusammen mit einem Barock-Shetty, einem schwarzen Friesen in Miniatur-Ausgabe, gab Schubert eine sehenswerte Zugabe.

 

Ohne ihren vierbeinigen Sportpartner stellten sich die Voltigierer des RV Südlohn-Oeding, des RV Ahaus, des RV Marbeck und des RV Schöppingen vor: Ihre Kürvorstellungen am Holzpferd ("Bock") mit den verschiedenen Aussagen - Bock auf Rock, Rock auf dem Bock; Starlight Express; eine Märchenreise; mittelalterlicher Tanz - wussten zu gefallen.

 

Wander- und Westernreitsportler ließen viel Wild-West-Romantik aufkommen, während die Schneemänner des Ausbildungsstalls Könemann aus Heiden eine flotte Kombination von Dressur- und Springreit-Einlagen bot. Und rasant ging es bei der Pony-Spring-Quadrille des RV Legden zu.

Einen regelrecht zauberhaften Schlusspunkt setzte der RV Vreden mit einer Kür in der völlig abgedunkelten Halle: Die Leuchtstreifen in den Mähnen und an der Füßen der Pferde ließen die Figuren wortwörtlich in einem anderen Licht erscheinen.

 

 

Bernhard.Mathmann@muensterlandzeitung.de