Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Gefahr für das Rheinland

Laschet fordert Abschaltung von belgischem Atomkraftwerk

Aachen Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) drängt auf eine Abschaltung des umstrittenen belgischen Atomkraftwerks Tihange. „Der Pannenreaktor Tihange ist eine Gefahr für das gesamte Rheinland“, sagte der Unionspolitiker am Samstag. Die neue Bundesregierung müsse sich stärker als bisher für eine Abschaltung engagieren.

 Laschet fordert Abschaltung von belgischem Atomkraftwerk

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert die Abschlatung des maroden belgischen Atomkraftwerks Tihange. Foto: dpa

Laschet plädierte dafür, neue Stromleitungen aus NRW nach Belgien zu legen, um die Stromproduktion des Reaktors zu ersetzen. „Wir müssten etwa drei Gigawatt liefern“, sagte der Ministerpräsident. Um so viel Strom nach Belgien liefern zu können, werde aber auch die Braunkohle benötigt. „Die Gefahr, die von dem maroden AKW ausgeht, ist deutlich höher als die Risiken durch die Kohle-Emissionen“, so der Politiker.

Aachen. Mehr als 123 000 Menschen in der Aachener Region haben sich aus Sorge vor einem Atomunfall mit kostenlosen Jodtabletten versorgt. Damit hat nach Angaben der Behörden etwa jeder fünfte anspruchsberechtigte Bürger das Angebot genutzt. Das geht aus Zahlen von Stadt und Städteregion Aachen und den Kreisen Düren, Heinsberg und Euskirchen vom Mittwoch hervor.mehr...

Im Rechtsstreit gegen das umstrittene belgische Atomkraftwerk Tihange könnte 2018 ein entscheidendes Jahr werden. Das Gericht Erster Instanz in Brüssel will am 23. November über die sogenannte Betroffenheitsklage der Städteregion Aachen und 13 weiterer Kläger zum ersten Mal mündlich verhandeln, wie der Gemeindeverbund mit zehn Kommunen mitteilte.

Trotz Sicherheitsmängel wieder ans Netz gegangenn

Die Kläger fordern die Stilllegung von Tihange 2 und begründen das mit der persönlichen Betroffenheit im Falle eines schweren Atomunfalls. Die Städteregion hatte vor rund einem Jahr zwei Klagen gegen den Reaktorblock 2 eingereicht, dessen Sicherheit wegen Tausender kleiner Risse umstritten ist.

In einem weiteren Verfahren erwartet die Städteregion, dass das oberste belgische Verwaltungsgericht 2018 zu einer ersten maßgeblichen Einschätzung kommt. Diese Klage der Städteregion richtet sich gegen das Wiederhochfahren von Tihange 2 im Dezember 2015. Der Reaktorblock Tihange 2 war im März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet worden, ging aber trotz Haarrissen im Dezember 2015 wieder ans Netz. Seine Laufzeit ist verlängert bis 2023.

Keine Genehmigung

Die Städteregion geht davon aus, dass es für das Wiederhochfahren keine Genehmigung gab. „Bis dato wurde uns noch kein Schriftsatz vorgelegt, der das Gegenteil beweist“, teilte ein Sprecher der Städteregion mit. Ob und wann es zu einer öffentlichen Verhandlung komme, stehe noch nicht fest.

Deutsche Experten sind nicht überzeugt, dass der Meiler 2 angesichts der vielen kleinen Risse bei Störfällen sicher ist. Die belgischen Atomaufsichtsbehörde AFCN hatte eine Bitte der Bundesregierung abgelehnt, Tihange 2 und auch Doel 3 bei Antwerpen mit dem gleichen Problem bis zur Klärung offener Sicherheitsfragen herunterzufahren.

Brüssel. Der umstrittene belgische Atomreaktor Doel 3 wird voraussichtlich den Winter über vom Netz bleiben. Der Kraftwerksblock werde bis April wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet, teilte der Betreiber Electrabel am Donnerstag mit. Die Pannenreaktoren Doel 3 bei Antwerpen und Tihange 2 bei Lüttich stehen seit Jahren in der Kritik. Sie sind besonders umstritten, weil sie feine Risse in den Druckbehältern haben. Der Ruf nach einer Schließung vor allem von Tihange 2 ist besonders in Nordrhein-Westfalen und dem Dreiländereck bei Aachen laut. Die belgische Regierung hält die Reaktoren für sicher.mehr...

Anzeige
Anzeige