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20 Tote bei Absturz von Militärflugzeug in Polen

Warschau (dpa) Nach dem schweren Militärflugzeugunglück mit 20 Todesopfern hat Polens Präsident Lech Kaczynski eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

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20 Tote bei Absturz von Militärflugzeug in Polen

Eine Militär-Transportmaschine ähnlich diesen Typs ist in Polen abgestürzt. (Archiv- und Symbolbild)

«Es ist ein Tag der tiefen Trauer für die polnischen Luftstreitkräfte, für die ganze polnische Armee und für alle Polen», schrieben der Staatschef und seine Frau Maria am Donnerstag ins Kondolenzbuch im Präsidentenpalast in Warschau. Danach begab sich Kaczynski zum Unglücksort in Miroslawiec in Nordwesten Polens, rund 100 Kilometer östlich von Szczecin (Stettin). Lech Kaczynski hatte deshalb einen Besuch in Kroatien abgebrochen.

Der polnische Regierungschef Donald Tusk kündigte nach einer Sondersitzung seines Kabinetts für Freitagmittag eine landesweite Schweigeminute an. Er appellierte an Polen und die Medien um ein «würdiges Benehmen» in dieser Zeit.

Alle 20 Insassen kamen am Mittwochabend ums Leben, als das Transportflugzeug vom Typ CASA C-295M beim Anflug auf den Flughafen in Miroslawiec abstürzte. Die Maschine fiel aus etwa 200 Meter Höhe in ein Waldstück, fing Feuer und brannte aus. An Bord befanden sich Teilnehmer einer Konferenz über Flugsicherheit in Warschau, die nach dem Treffen zu ihren Einheiten zurückkehren wollten.

Bei dem Unglück starben 16 hochrangige Offiziere. Ums Leben kamen auch vier Besatzungsmitglieder. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt. Der Pilot habe keine Probleme gemeldet, sagte ein Militärsprecher. Gefunden wurde inzwischen der Flugschreiber, dessen Daten jetzt ausgewertet werden sollen. Polnische Flieger und Politiker bewerteten den in Spanien entwickelten Flugzeugtyp als zuverlässig und modern.

Das Kommando der Luftstreitkräfte ordnete die Einstellung aller Flüge derübrigen neun CASA-Maschinen bis zur Klärung der Absturzursache an. Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski äußerte sich besorgt um die Erhaltung der Kommunikation mit den polnischen Militärstützpunkten im Ausland, vor allem in Afghanistan und im Irak. Polen versorgt mit den CASA-Transportmaschinen vor allem Soldaten, die bei ausländischen Friedensmissionen im Einsatz stehen. Komorowski sagte, Warschau werde an die Solidarität der Verbündeten appellieren müssen. Polen könne auf Unterstützung der Amerikaner hoffen, sagte der Vorsitzende des parlamentarischen Verteidigungsausschusses, Janusz Zemke.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Litauens Präsident Valdas Adamkus sprachen Polen ihr Beileid aus. Auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) zeigte sich tief betroffen.

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