6 coole Spieletipps für den Februar

Videospiele

Nachschlag oder Neues? Im Februar sind die letzten Weihnachtsgeschenke so langsam durchgespielt. Nach der Überfülle großer Namen startet die Spielebranche kleiner und leiser in die neue Saison. Drei unserer Tipps sind Zugaben, drei sind Geheimtipps.

von Jan Bojaryn

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DORTMUND

, 02.02.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 4 min
Bei Stellaris bauen die Spieler verschiedene Zivilisationen im Weltall auf.

Bei Stellaris bauen die Spieler verschiedene Zivilisationen im Weltall auf. © Paradox

Entdeckungstour von Assassin’s Creed: Das alte Ägypten

Etwas ganz Ungewöhnliches versucht Ubisoft in diesem Februar. Schon lange reisen Spieler der Action-Adventure-Serie Assassin’s Creed in die Vergangenheit. Im aktuellen Spiel der Serie, „Origins“, geht es in das Ägypten der Antike. Dafür wurde wieder ein immenser Rechercheaufwand betrieben, namhafte Historiker und Museen haben geholfen. Das Ergebnis ist erstaunlich: Von der Nase der Sphinx bis zur Bibliothek von Alexandria bietet „Origins“ plausible, quellengerechte Rekreationen. Da ist der nächste Schritt nur folgerichtig – aus der Spielwelt wird in der „Entdeckungstour“ ein virtuelles Museum. Das viele Quadratkilometer große Land ist mit verschiedenen Charakteren frei begehbar. Story, Kämpfe und Missionen kennt der Spielmodus nicht – dafür eine Vielzahl virtueller Touren, in denen die Welt erklärt wird. Damit wird das Spiel auch für alle interessant, die sonst nicht gern über Dächer klettern und Bösewichte umbringen. Und für Besitzer des Hauptspiels ist der Eintritt ins Museum sogar frei.

Entdeckungstour von Assassin’s Creed – für Hobby-Ägyptologen. Ab 20. Februar für PC, PS4, Xbox One.

Civilization 6: Rise and Fall

Fragt man Spieler der altehrwürdigen Civilization-Serie, was das beste an der epischen Aufbaustrategie ist, dann hört man öfters eine merkwürdige Antwort: Es sind die Erweiterungen. Wer viel Civilization spielt, dem erscheinen die Grundspiele wie rohe Diamanten. Sie sind schon gut, geben eine Richtung vor, aber haben noch spürbare Macken. Nach Monaten des Spielerfeedbacks bauen die Entwickler ihr Spiel dann aus und setzen zum Feinschliff an. In die Kerbe scheint auch „Rise and Fall“ zu schlagen. Vor allem dynamischer sollen die Spiele dank der Neuerungen werden. Mit der Einführung dunkler und goldener Zeitalter treffen Spieler auf neue Chancen und Herausforderungen – und auf einen guten Grund, nicht über die komplette, ellenlange Partie immer nur dieselbe Strategie zu verfolgen. Spannend klingt auch das Konzept der Loyalität: Jede Stadt einzeln stellt sich zu ihrem Reich. Da kann es sogar passieren, dass Städte ihre Unabhängigkeit erklären, sich feindlichen Zivilisationen anschließen. Ein komplexeres, variantenreiches „Civ 6“ wird am Horizont sichtbar; mit dieser Erweiterung werden die Landkarten neu gemischt.

Civilization 6: Rise and Fall – für Hobby-Mediävisten. Ab 8. Februar für PC, 30 Euro.

Stellaris: Apocalypse

Das Strategiespiel „Stellaris“ betreibt jetzt auch den Abriss. Dabei geht es im Grundspiel ähnlich wie bei „Civilization“ darum, eine Zivilisation aufzubauen und über lange Zeit zum Erfolg zu führen. Schon bisher hat der Science-Fiction-Titel mit seinem massiven Maßstab und originellen Ideen Fans gefunden. „Stellaris“ bietet ein sehr buntes Weltall, in dem Spieler sehr verschiedene Zivilisationen aufbauen und sehr verschiedenen Gefahren begegnen. Mit „Apocalypse“ tritt endlich die Dauerphantasie eines jeden Star-Wars-Fans auf die Bühne: gigantische Waffen, die ganze Planeten zerstören können. Der verkappte Todesstern heißt hier allerdings „Colossus“. Dazu passend gibt es auch neue gigantische Flaggschiffe mit dem Zeug, Weltraumschlachten zu entscheiden – und riesige Schutzanlagen für alle, die ihren Planeten lieben. Für zusätzliches Chaos werden Piraten sorgen, die mal mit, mal gegen Spieler intrigieren. Konflikte sollten mit dieser Erweiterung eine ganze Ecke mehr Spaß machen.

Stellaris: Apocalypse – für Hobby-Astronomen. Ab 22. Februar für PC, 20 Euro.

Fe

Wie kann man sich von der Masse veröffentlichter Spiele abheben? „Fe“ schafft das schon mit der ersten Begegnung, denn so einen angenehm kurzen Namen trauen sich im Medium Videospiel nur wenige. Auch wichtig: Fe sieht absolut einzigartig aus, klingt anders und setzt auf ungewöhnliche Spielmechanismen. Als eine Art schwarzweißer Ohrenfuchs durchqueren Spieler eine Welt aus gedämpftem Schwarzlicht. Sie haben es nicht unbedingt eilig, erkunden, rätseln und gleiten durch die Welt. Gigantische Gegner werden nicht bekämpft, sondern beklettert. Und um Hindernisse zu überwinden, müssen die Spielerfüchse anderen Tieren etwas vorsingen. Letztendlich soll es darum gehen, der Natur und der Welt um uns herum näher zu kommen – für Spiele ist das immer noch eine ungewöhnliche, löbliche Idee. Auch, wenn die Qualität dieses Experimentes noch in den Sternen steht – der Versuch ist hochwillkommen.

Fe – für Hobby-Künstler. Ab 16. Februar für PC, PS4, Switch, Xbox One, 20 Euro.

The Fall Part 2: Unbound

Dieser Titel klingt nicht nur nach vielen anderen, er ist auch schwer zu merken. Hoffentlich bleibt dieses Spiel trotzdem in Erinnerung. Das erste „The Fall“ war ein intelligenter Mix; was von weitem an Klassiker wie „Metroid“ erinnerte, überraschte beim Spielen mit einer klugen Geschichte und handfesten Rätseln, auf Augenhöhe mit Adventures. „Part 2“ greift dieselbe Spielformel auf. Und auch das Thema wird weiterentwickelt; wieder ist eine Künstliche Intelligenz die Heldin des Spiels. Diesmal aber lädt sie sich nicht nur in einen Körper hoch und läuft herum, sondern sie übernimmt gleich vier Formen; und in der Haut der Anderen erkundet sie viele verschiedene Welten, statt halbdunkle Raumkomplexe wie im ersten Teil. So könnte das neue Abenteuer auch Spieler abholen, denen der erste Teil komplett zu düster war. Fröhlich wird es aber auch diesmal garantiert nicht – die Serie versteht sich als harte Science-Fiction.

The Fall Part 2: Unbound – für Hobby-Philosophen. Ab 13. Februar für PC, PS4, Switch, Xbox One.

Algo Bot

Diese Roboter sind fröhlicher, aber hart nachdenken müssen auch sie. In „Algo Bot“ geht es nicht um Seepflanzen, sondern um Algorithmen – also um eindeutige Befehlsfolgen, mit denen man vor allem Computern erklärt, was sie zu tun haben. In der witzig gemeinten Hintergrundgeschichte muss der titelgebende Roboter gemeinsam mit anderen Blechkisten und Computern ein Raumschiff voller schlafender Kolonisten reparieren. Spieler dürfen sich auf 46 Level mit Programmieraufgaben freuen. Sie müssen erst den Level studieren, dann passende Befehle zusammenklicken, und schließlich ausführen. Wie man echten Code eintippt, wird also nicht erklärt – aber wer Algo Bot spielt, der lernt zu denken, wie ein Programmierer.

Algo Bot – für Hobby-Informatiker. Ab 14. Februar für PC, 10 Euro.