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63 - und kein bisschen heiser

KÖLN Der Zahn der Zeit mag seinem Haarwuchs zugesetzt haben. Die Gesichtsfalten hat man bei Joe Cocker sowieso nie gezählt. Der Stimme aber haben die vergangenen 63 Jahre nicht geschadet. Im Gegenteil - wie die Fans beim Konzert in der Kölnarena feststellten.

63 - und kein bisschen heiser

Joe Cocker

Man hätte meinen können, die motorisch bekanntlich nur mäßig begabte Blueslegende bräuchte eigentlich gar kein Mikrofon, um die rund 9000 Besucher am Donnerstagabend ordnungsgemäß zu beschallen. Um 21 Uhr begann die Cocker-Show „Hymn for my soul“, und in den nächsten 110 Minuten sang sich der Altmeister nicht nur durch fast fünf Jahrzehnte Musikgeschichte – seine ersten Auftritte hatte er mit 15 Jahren – sondern zeigte dabei auch keinerlei Ermüdungserscheinungen am Stimmwerkzeug.      

Fast alle Gassenhauer seiner Karriere gab Cocker zum Besten, natürlich röhrte und schrie er sich auch durch das unverzichtbare „With a little help from my friends“. Schade nur, dass ein Großteil der Fans in der Arena diese Anstrengung nur akustisch mitbekamen. Denn trotz des Auftritts in der Riesenhalle hatten die Produzenten auf die inzwischen eigentlich zum Konzertstandard gehörenden Videowände verzichtet. Anonsten gab´s eine solide Bühnenshow mit sparsam, aber effektiv eingesetzter Lightshow.

Das Publikum bleibt immer beim Meister

Gut so, denn Cocker soll dominieren, und das tut er. Band und Background-Sängerinnen bekommen zwar reichlich Raum zur Darstellung, aber das Publikum bleibt immer beim Meister. Der scheint mit jeder Tournee mehr Spaß am Job zu finden, was Hoffnung auf baldige Wiederkehr macht. Denn die Binsenweisheit, dass mit 66 jahren das Leben erst beginnt – Joe Cocker könnte den endgültigen Beweis dafür antreten.

Ein Wort noch zur Vorgruppe: Dass Supportbands die Chance bekommen sollen, ihr Können vor dem Auftritt eines ganz Großen zu zeigen, ist absolut okay. Dass man aber den zumeist gestandenen Cocker-Fans mit Martin Kilger den Auftritt eines deutschen Nachwuchstalentes zumutet, ist zumindest fragwürdig. Leichter Pop gegen kultigen Blues – passt nicht. 

  

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